
18. Juni 2020, 21:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Eckig statt rund: Wer dachte, Melonen gäbe es nur in runder Form, der darf gern mal einen Blick nach Japan werfen. Warum es dort eckige Melonen gibt und ob man diese auch im heimischen Garten selbst ziehen kann.
Wassermelonen sind der erfrischende und kalorienarme Sommer-Snack schlechthin. Vor allem an heißen Tagen schmecken sie besonders gut, bestehen sie doch zu 90 Prozent aus Wasser. Soweit, so bekannt. Doch in Fernost gibt es längst nicht nur ovale, sondern auch eckige Wassermelonen – und das aus einem bestimmten Grund.
Was hinter der eckigen Form der Wassermelonen steckt
Alles begann vor einigen Jahrzehnten mit der Idee eines cleveren Landwirts aus der japanischen Stadt Zentsuji. Diesem kam die Idee, dass sich eckige Wassermelonen besser im Kühlschrank verstauen ließen, als die herkömmlichen runden. Doch nicht nur das. Auch der Transport und das Verpacken von quadratischen Melonen stellte er sich wesentlich einfacher vor. Die Idee, eckige Melonen zu ziehen, war geboren. Keine schlechte Idee möchte man meinen, sind doch die Wohnverhältnisse in dem dicht bevölkerten Land begrenzt und somit auch die Kapazitäten eines Kühlschrankes.
Inzwischen gelten die eckigen Früchte jedoch als kostspieliges Vergnügen. Der Allgemeinheit sind diese besonders geformten Früchte nicht wirklich zugänglich. Zum einen werden jährlich nur eine begrenzte Anzahl dieser patentierten Melonen gezogen. Zum anderen werden sie dann zu horrenden Preisen in ausgewählten und gehobeneren Supermärkten verkauft. Die Preise für eine eckige Wassermelone liegen dabei weit über dem regulären Preis. Kunden müssen so umgerechnet gut und gern über einhundert Euro für eine Frucht ausgeben.
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Von rund zu eckig – so kommt die Form zustande
Wie die Form dieser besonderen Melonen zustande kommt, ist kein Geheimnis. Bis zu einer bestimmten Größe werden die Melonen ganz normal angebaut. Sind sie ungefähr handballgroß, werden die besten Exemplare ausgewählt, um in einer quadratischen Glasbox weiterzuwachsen. Haben sie die gewünschte Größe erreicht, werden sie per Hand gepflückt und verpackt. Allerdings sind sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht reift. Deshalb werden die eckigen Melonen selten zum Verzehr, sondern eher zu Dekorationszwecken genutzt. Inzwischen gibt es Melonen auch in vielen weiteren Formen.

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Lassen sich eckige Wassermelonen auch im heimischen Garten anbauen?
Doch wie praxistauglich ist dieser kuriose Trend eigentlich wirklich? Lassen sich eckige Wassermelonen tatsächlich auch im eigenen Garten anbauen? Sandra von Rekowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde e. V., sieht die Idee eher mit einem zwinkernden Auge. „Geschmacklich wird sich an der Melone nichts ändern. Allenfalls lässt sie sich super im heimischen Obstregal stapeln und bietet dem gewohnten Anblick ein ganz neues Bild. Allerdings muss man ungefähr einschätzen können, wie groß die Melone bis zur Reife werden wird. Das Gefäß muss dann entsprechend groß sein“, so die Expertin auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
So kann man Melonen im Garten anbauen:
- Erde: leichter, humoser Boden
- Standort: sehr sonnig und warm, geschützt, bestenfalls an der Südseite des Hauses
- Vorzucht: Jungpflanzen kann man ab April im Haus vorziehen, frühestens Ende Mai dann ins Freie setzen. Ein Saatkorn pro Topf in ein bis zwei Zentimeter Tiefe einsetzen, später in größere Gefäße pikieren. Die optimale Keimtemperatur beträgt zwischen 22 und 24 Grad Celsius.
- Anpflanzen: Wassermelonen können Hobbygärtner im Beet oder im Topf pflanzen, wichtig ist, genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen einzuplanen.
- Wässern: hoher Wasserbedarf
- Ernte: Wassermelonen benötigen ca. 45 Tage bis zur reifen Frucht. Klingt die Wassermelone beim Klopfen hohl, ist sie reif zum Ernten.