
2. August 2024, 5:39 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es ist ein elender Teufelskreis: Das Ökosystem braucht gesunde Gärten, die wiederum Wasser benötigen. Doch Wasser ist zunehmend knapp. Wie können Sie trotzdem den Bedürfnissen Ihrer Pflanzen gerecht werden?
Wenn die Temperaturen steigen, kommt die Gießkanne häufig zum Dauereinsatz. Wasser ist zweifellos essenziell für Pflanzen. Doch die Menge und Häufigkeit des Wasserbedarfs hängen von vielen Faktoren ab, nicht nur von Außentemperatur und Niederschlägen. Mit vorausschauendem und geschicktem Management kann Ihr Garten der Trockenheit widerstehen und Sie reduzieren den Verbrauch von Wasser. Mit diesen 9 Tipps gelingt es.
1. Tipp: Regenwasser auffangen und speichern
Es ist immer eine gute Idee, Regenwasser für trockene Phasen aufzufangen. Regenwasser schont nicht nur die natürlichen Wasserressourcen, sondern ist auch für die Pflanzen besonders verträglich, da es frei von Kalk ist, so der Industrieverband Garten (IVG). Hinzu kommt: Draußen gelagert, hat es eine für die Pflanzen angenehme Temperatur.
Die Größe des benötigten Speichers hängt natürlich von der Größe des Gartens und von dem Wasserbedarf der Kulturen ab. Als durchschnittlichen Richtwert gibt der IVG einen Wasserbedarf von 150 bis 200 Litern pro Quadratmeter Garten an.
Übrigens: Nicht nur Regenwasser, sondern auch Teile des Abwassers, wie Dusch- oder Spülwasser können laut IVG für die Gartenbewässerung verwendet werden.
2. Tipp: Bewässerunsgmenge reduzieren und Wasser im Garten sparen
Der kräftige Strahl aus dem Schlauch oder Gießkanne ist in den Sommermonaten Verschwendung, denn ein trockener Boden kann die Wassermenge nicht aufnehmen, sodass es ungenutzt abfließt. Damit die Pflanzen vom rettenden Nass profitieren, ist es wichtig, regelmäßig mit sparsamer Dosierung zu wässern.
Der IVG rät zu einer Tröpfchenbewässerung, weil so der Boden gleichmäßig Wasser zugeführt bekommt und die Gefahr vollständig an der Oberfläche auszutrocknen geringer ist.
3. Tipp: Hitzeverträgliche Pflanzen wählen
Pflanzen, die man in die pralle Sonne pflanzt, sollten auch bei Hitze und Trockenheit klarkommen. Pflanzen mit behaarten Blättern und solche mit silbrigem Laub eignen sich meist gut für solche Standorte. Ein tiefes Wurzelsystem und kleine Blätter sind weitere Anzeichen für hitzeverträgliche Pflanzen.
Melanie Konrad, Gartenexpertin des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), empfiehlt die Verwendung heimischer Pflanzen, weil sie mit den vorhandenen Klimabedingungen und Trockenperioden besser zurechtkommen. Sie nennt als Beispiele Pflanzen wie den Feldahorn, Natternkopf, Dost und Wiesensalbei.
Dazu passend: https://www.myhomebook.de/garten/hitzevertraegliche-stauden
4. Tipp: Den richtigen Zeitpunkt für die Pflanzung abwarten
Gehölze und Stauden sollten bereits im Frühling mit dem allgemeinen Austrieb einwachsen, deshalb sollten neue Pflanzen im Herbst oder Frühling eingesetzt werden. So erreicht das natürliche Wurzelsystem tieferen Schichten und kann sich im Sommer besser selbst versorgen.
5. Tipp: Den Boden richtig bearbeiten, um Wasser im Garten zu sparen
Hacken Sie alle Beete nach dem Gießen einmal oberflächlich durch. „Beim Hacken werden die Kapillaren im Boden unterbrochen“, sagt Melanie Konrad und erklärt, dass kleine Poren Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben leiten, wo es verdunstet. „Unterbricht man den Mechanismus, wird Wasser im Boden zurückgehalten“, so die Gartenexpertin des NABU.
6. Tipp: Freie Bodenflächen mulchen
Der NABU rät den freien Boden zwischen Gemüsepflanzen mit trockenem Rasenschnitt, Laub, Gemüseresten oder Schafwolle zu bedecken – mulchen nennt man das. Der Boden bleibt so schön feucht, das Bodenleben wird angeregt und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt.
7. Tipp: Das Mikroklima sollte gefördert werden
Auch das Mikroklima im Garten bestimmt den Wasserverbrauch. Mit schattierenden Pflanzen wird die Verdunstung von Wasser gedrosselt und die Temperatur in Bodennähe angenehm gesenkt. Ansonsten ist Wind ein Faktor, der zu Austrocknung führt. Melanie Konrad empfiehlt deshalb, eine Hecke aus heimischen Gehölzen zu pflanzen, die den Wind abhält und zugleich Schatten spendet.
8. Tipp: Humus im Boden fördern
Ein wichtiger Bestandteil im Boden ist die abgestorbene, tote Pflanzenmasse. Der sogenannte Humus stammt aus der Kompostierung, Gründüngerpflanzen und Herbstlaub. Humus wirkt wie ein Schwamm und speichert viel Wasser, das dann langsam an die Pflanzen abgegeben wird.

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9. Tipp: Die Tiere nicht vergessen
Gesunde Gärten brauchen tierische Bewohner – vor allem Insekten. Um das biologische Gleichgewicht zu erhalten, rät Melanie Konrad: „Bei großer Hitze und Trockenheit nicht nur Pflanzen mit Wasser versorgen, sondern auch Vogel– und Insektentränken mit Ausstiegshilfen für Kleintiere im Garten aufstellen und regelmäßig frisches Wasser einfüllen.“
Mit Material der dpa