15. Oktober 2020, 21:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Heimische Wildsträucher sind eine wahre Augenweide. Sie bieten Vögeln und Insekten zudem Schutz und jede Menge Nahrung. Für einen naturnahen Garten sind Wildsträucher daher die ideale Bepflanzung. Im Herbst ist die beste Zeit, die Sträucher und Gehölze zu pflanzen. Allerdings muss je nach Art der Standort passen und der Boden gut vorbereitet werden.
Winterharte Wildsträucher wie auch Stauden können auch im Herbst und frühen Winter im Garten gepflanzt werden. Bis der erste Frost seine scharfen Zähne zeigt, haben die Pflanzen genügend Zeit, Wurzeln zu schlagen und gut Wasser zu saugen. Wildstrauch bedeutet übrigens nicht „verwilderter“ Strauch. Solch eine Pflanze ist vielmehr nicht gezüchtet und kommt in natürlicher Form vor. Dennoch kann man Wildsträucher auch im Gartencenter oder in der Baumschule kaufen.
Heimische Wildsträucher im Garten bieten Tieren Nahrung
Zwar gibt es im Handel unzählige Arten, die ursprünglich nicht aus unseren Breiten stammen. Es lohnt sich aber, auf heimische Wildsträucher zu setzen. Diese sind optimal an hiesige klimatische Bedingungen angepasst. Und ihre Früchte wie auch Blätter bieten vielen Tieren eine wertvollere Nahrungsquelle als die der „zugezogenen“ Wildsträucher. Beispiel: Am heimischen Wacholder laben sich 43 Vogelarten. Vom häufig in Gärten gesetzten Chinesischen Wacholder ernährt sich hingegen nur eine Vogelart. Darauf weisen die Experten vom Naturschutzbund (Nabu) hin.
Dornige Wildsträucher schützen Vögel im Garten
Klingt zuerst paradox, aber im dornigen und stacheligen Dickicht der Wildsträucher finden Vögel im Winter einen guten Schutz. Besonders beliebt sowohl bei Tieren als auch bei Hobbygärtnern:
Berberitze
Berberitzen sind äußerst anspruchslose Wildsträucher. Sie blühen meist gelblich. Es gibt winterharte wie laubabwerfende Arten. Wuchshöhe: 40 Zentimeter bis zwei Meter. Gut geeignet für halbhohe bis hohe Hecken. Achtung: Für Menschen und Hunde ist fast alles an der Pflanze giftig. Nur nicht die rote Ummantelung, die die wiederum giftigen Samen umhüllen. Vögeln machen die darin eingekapselten Samen nichts aus.
Hundsrose
Nicht ganz so edel wie ihre Schwestern gilt die heimische Hundsrose als die robuste Königin unter den Wildsträuchern. Im stacheligen Gestrüpp fühlen sich viele kleinere Vogelarten pudelwohl. Hundsrosen eignen sich als hervorragender Wind- und Sichtschutz vor den neugierigen Blicken der Nachbarn. Zugleich bieten die üppigen Blüten Insekten eine dringend benötige Nahrungsquelle.
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Brombeere, Himbeere, Sanddorn und Schlehe zählen zu den stacheligen Wildsträuchern, die teilweise sogar genießbar sind. Eine besondere essbare Frucht und ein besonders schöner Wildstrauch im Garten ist der Kastanienbaum mit seinen essbaren Früchten. Wie man die Esskastanie pflanzt und pflegt, lesen Sie hier.
Pflegetipps für Wildsträucher im Garten
Hobbygärtner, die keine auswuchernden Wildsträucher oder mit der Zeit gar einen Baum im Garten haben wollen, müssen ab und an mit einem beherzten Schnitt ans Werk gehen. Die Sträucher werden es ihnen Danken. In der kommenden Saison kann man sich an weit mehr Blütenpracht erfreuen.
Tipp: Verwenden Sie nur eine scharfe Gartenschere oder Gartenmesser. So bleiben die Schnittstellen klein. Pilze und andere Krankheitserreger können die gestutzten Wildsträucher im Garten so nur schwer besiedeln.
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Wann darf der Wildstrauch im Garten beschnitten werden?
Zum Schutz der Tiere, die in den Wildsträuchern leben und brüten, ist es zu speziellen Jahreszeiten verboten, diese zu beschneiden. Vom 1. März bis 30. September sollten Sträucher, Gehölze, Hecken und Gebüsche in Ruhe gelassen werden.
Dazu schreibt der Nabu: „Zulässig hingegen sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanze oder der Gesund-Erhaltung der Bäume.“ So regelt es das Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März 2010 in Paragraf 39.