
2. April 2025, 16:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Eine Sonnenfalle im Garten speichert Sonnenwärme und schafft ideale Bedingungen für wärmeliebende Pflanzen. Wie sie funktioniert und wie man sie baut, erklärt Garten-Autorin Katharina Petzholdt bei myHOMEBOOK.
Sonnenwärme lässt sich zwar nicht einpacken, aber immerhin gut speichern. Genau das gelingt im Garten mit einer Sonnenfalle. U-förmig angelegte Mauern aus Natursteinen oder Ziegelwälle sammeln tagsüber Wärme und geben sie nachts langsam wieder ab. So entstehen warme, geschützte Plätze, auf denen sich wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten, Kräuter oder Feigen besser entwickeln. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Tiere – von der Eidechse bis zur Wildbiene.
Warum Sonnenfallen so gut funktionieren
Tagsüber nehmen Mauern die Sonnenstrahlen auf und speichern die Energie. Ein Teil dieser Wärme wird direkt an die Umgebung abgegeben – dadurch entstehen spürbar wärmere Zonen, die Pflanzen schneller wachsen lassen und empfindliche Arten schützen. Nach Sonnenuntergang gibt die Mauer die gespeicherte Wärme ab, sodass es im Inneren der Sonnenfalle wärmer ist als in der Umgebung.
Sonnenfallen helfen so, Temperaturschwankungen auszugleichen und stabile Bedingungen für empfindliche Pflanzen zu schaffen. Entscheidend für die Wirkung ist die Ausrichtung: Die Öffnung der Sonnenfalle sollte nach Süden zeigen, um die Sonnenstrahlen optimal einzufangen.
Welche Pflanzen besonders profitieren
Die geschützte Wärme und das stabile Mikroklima einer Sonnenfalle sind ideal für Pflanzen, die viel Sonne lieben und empfindlich auf Kälte oder Wind reagieren. Pflanzen, die an einer südlich ausgerichteten Hauswand gut gedeihen, finden auch in einer Sonnenfalle optimale Bedingungen. Dazu zählen etwa Mittelmeerkräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel, die hier besonders intensive Aromen entfalten.
Genauso profitieren wärmebedürftige Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Chili und Artischocken von der zusätzlichen Wärme. Aber auch kleinbleibende, in Kübeln gepflanzte Maulbeeren, Olivenbäumchen, Feigen, Granatäpfel oder Pfirsiche sind in Sonnenfallen gut aufgehoben.
Eine Sonnenfalle aus Ziegeln oder Mauersteinen bauen
- Standort bestimmen: Ein sonniger Platz mit Südausrichtung ist ideal, da die Sonne den ganzen Tag über auf die Mauer trifft und so maximale Wärmespeicherung ermöglicht.
- Form festlegen: Eine U-Form mit Öffnung nach Süden ist praktisch und lässt sich gut mit Mauersteinen oder Ziegeln umsetzen.
- Fundament anlegen: Bei höheren Mauern ist es ratsam, ein Fundament zu bauen. Für Mauern bis etwa 80 cm Höhe reicht eine Schotter- oder Kiesschicht als Fundament meist aus. Höhere Bauwerke sollten sicherheitshalber ein Streifenfundament als Basis bekommen.
- Mauern bauen: Üblicherweise gestaltet man die Mauer so, dass sie an der Nordseite die größte Höhe erreicht und zu ihrer Öffnung hin beidseitig allmählich abfällt.
- Gemörtelt: Ziegel oder Mauersteine mit Mörtel zu schichten erhöht Stabilität und Wetterfestigkeit, besonders bei Höhen über 80 bis 100 Zentimeter.
- Trocken geschichtet: Für niedrigere Mauern bis etwa 80 Zentimeter können Ziegel oder Formsteine auch locker aufeinandergesetzt werden. Dabei entstehen Hohlräume, die zusätzlichen Lebensraum für Tiere bieten.
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Sonnenfalle in Hanglagen
Besonders auf Hängen lässt sich eine Sonnenfalle gut als Trockenmauer integrieren. Dort stützt der Hang die Mauer von hinten und sorgt für zusätzliche Stabilität. Am besten wirkt die Konstruktion an einem Südhang, denn hier sammelt die Mauer den ganzen Tag über Sonnenwärme.

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Alternative Materialien für Sonnenfallen
Statt Steine oder Ziegel können auch u-förmig angelegte Erdwälle, Wildobst- oder andere Hecken ebenso wie Benjeshecken genutzt werden, um eine Fläche mit einem günstigen Mikroklima zu schaffen. Sie speichern Wärme zwar nicht so gut wie Steine, aber sie bieten guten Windschutz und Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Kombi-Tipp
„Wer eine relativ große, aber nicht allzu hohe Sonnenfalle aus Steinen oder Ziegeln errichtet, kann diese durch die zusätzliche Pflanzung einer Wildobsthecke an der Nordseite hinter der Mauer bereichern. Die Sträucher bieten noch mehr Windschutz, erhöhen den Ertrag, ziehen Insekten und andere Tiere an und steigern die Ästhetik der ohnehin schon attraktiven Sonnenfalle.“