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Beim Experten nachgefragt

Wildtriebe erkennen und richtig entfernen

Ein älterer Mann untersucht Pflanzen
Wildtriebe kommen häufiger vor, sollten aber undbedingt entfernt werden Foto: Getty Images
Annelie Neumann
Annelie Neumann Autorin

18. Dezember 2020, 14:47 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Die Triebe der Korkenzieherhasel treiben plötzlich kerzengerade statt spiralgedreht? Der einst violett blühende Edelflieder überrascht mit weißen Blüten? Bei diesen Phänomenen handelt es sich nicht um Zauberei. Vielmehr liegen sogenannte Wildtriebe in der Natur der Pflanzen. Entfernen sollten sie Hobbygärtner allerdings unbedingt.

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Vor allem Rosen neigen zu wilden Trieben, die alljährlich im Wurzelbereich hervortreiben. An sich sind diese jungen Triebe ganz natürlich. Ließe man sie allerdings gewähren, wäre die ursprünglich gekaufte und veredelte Rosensorte bald aus dem Garten verschwunden. Der Gartenexperte Robert Markley, Geschäftsführer vom Verband der Gartenbaumschulen in Haan (Nordrhein-Westfalen), erklärt auf Nachfrage von myHOMEBOOK, was sich hinter Wildtrieben verbirgt, woran man diese erkennt und warum man sie unbedingt entfernen sollte.

Was sind Wildtriebe?

Die Ursache für Wildtriebe liegt in der Veredelung: „Einige Ziergehölze sind ‚veredelt‘, das heißt, eine bestimmte Edelsorte wurde in einer Baumschule auf einen sogenannten Wildling gepfropft. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass aus dem Wurzelbereich von Edelsträuchern und vor allem bei Rosen sogenannte Wildtriebe entspringen.“

Sind Wildtriebe bedenklich?

Wildtriebe sind sehr starkwüchsig. Sie entziehen der zierlichen Veredlung wertvolle Nährstoffe. „Lässt man sie gewähren, überwachsen sie den edlen Teil der Pflanze bereits nach einigen Jahren. In der Regel geht damit der Zier- bzw. Nutzwert verloren oder wird zumindest stark eingeschränkt.“

Welche Pflanzen neigen zu Wildtrieben?

Theoretisch kann jede veredelte Pflanze Wildtriebe entwickeln. Besonders häufig geschieht dies der Erfahrung des Experten nach allerdings bei Rosen, Rosenstämmen, Obstbäumen, Flieder, Korkenzieherhaseln, Blauregen, Zaubernüssen und wildem Wein.

Wie erkenne ich wilde Triebe?

Beim Korkenzieherhasel sind die Wildtriebe an ihrem kerzengeraden und nicht spiralig gedrehtem Wuchs leicht zu erkennen und so von den Edeltrieben zu unterscheiden. Bei Rosen und Obst muss man hingegen genauer hinsehen. „Hier sind alle Triebe wild, die unter der knollenartig verdickten Veredlungsstelle entspringen.“ Bei Rosenstämmen ist auch der Stamm „wild“. Robert Markley rät deshalb alle stammbürtigen Triebe unterhalb der veredelten Krone umgehend zu entfernen.

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Wie entferne ich sie am besten?

Wildtriebe müssen direkt an der Ansatzstelle – möglichst mit Astring – abgerissen oder mit einem scharfen Messer akribisch entfernt werden.

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Wann sollte man Wildtriebe entfernen?

Der Experte empfiehlt Wildtriebe am besten sofort zu entfernen: „Jetzt sind die Pflanzen laublos, deshalb ist der Zeitpunkt ideal, um auch sonst verborgene Wildtriebe wie beim Blauregen und Flieder zu erkennen.“

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