
12. November 2024, 5:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Apfelsaft aus dem Supermarkt enthält weniger Vitamine sowie Mineralstoffe und oft zugesetzten Zucker. Wer eine reiche Apfelernte hat, kann deshalb gesünderen Apfelsaft selbst machen. myHOMEBOOK erklärt, wie es geht.
Apfelbäume gehören neben Kirsch- und Pflaumenbäumen zu den beliebtesten Obstbäumen. Ab dem Spätsommer leuchten in vielen Gärten deshalb auch die reifen Früchte in rot, grün oder gelb an den Bäumen. In manchen Jahren kann eine echte Apfelschwemme auftreten und Hobbygärtner können die Mengen kaum noch verwerten. Wenn genug Apfelkuchen gebacken, Apfelmus gekocht und frische Äpfel eingelagert sind, bietet es sich an, aus den restlichen Äpfeln Apfelsaft zu machen.
Übersicht
Apfelsaft selbst machen – das sind die Vorteile
Neben der Kostenersparnis und der restlosen Verwertung von Äpfeln mit Druckstellen, die dringend verbraucht werden müssen, hat selbstgemachter Apfelsaft noch einige andere Vorteile:
- Vitamine: Wird der Apfelsaft kalt gepresst, enthält er noch alle Vitamine und andere sekundären Pflanzenstoffe, die der Apfel auch enthält. Somit ist er der ideale Vitaminboost für die kühler werdenden Tage. Im Handel erhältlicher Apfelsaft wird immer stark erhitzt, um ihn haltbar zu machen.
- Nur Fruchtzucker: Selbstgemachter Apfelsaft enthält nur den Fruchtzucker, den die Äpfel selbst in den Saft bringen. Die natürliche Süße reicht in der Regel auch aus, um den Saft schmackhaft zu machen. Fruchtsaftkonzentraten oder Fruchtsaftmischungen ist oft Zucker zugesetzt und der Mix zusätzlich mit Wasser aufgegossen. Mit naturbelassenem Saft hat das dann nicht mehr viel zu tun und der Gesundheitswert entspricht durch den hohen Zuckeranteil eher dem einer Limo.
- Keine Zusatzstoffe: Apfelschorle im Supermarkt sind oft Zusatzstoffe wie Aromen hinzugesetzt. Diese sind nicht per se gesundheitsschädlich, können aber appetitanregend wirken und das Zusammenwirken im Körper mit weiteren, in anderen Lebensmitteln enthaltenen Zusatzstoffen ist nicht abschließend erforscht. Bei selbstgemachtem Apfelsaft wissen Hobbygärtner ganz genau, was im Saft drin ist.
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Apfelsaft mit dem Entsafter machen
Am einfachsten ist die Zubereitung von frischem Apfelsaft mit einem Entsafter. Hierbei empfehlen sich vor allem sogenannte Slow Juicer, da diese das Obst besonders schonend zerkleinern und auspressen. Aber auch Zentrifugenentsafter sind in der Lage, frischen, naturbelassenen Apfelsaft zu erzeugen. Der gewonnene Saft sollte am besten sofort genossen werden, da er dann am meisten Vitamine enthält. Im Kühlschrank kann eine größere Menge aber auch noch 24 h aufbewahrt werden. Darüber hinaus gibt es sogenannte Dampfentsafter, die mit großer Hitze arbeiten und den Apfelsaft damit länger haltbar machen.
Auch Apfelsaft aus gewöhnlichen Entsaftern wird durch Erhitzen haltbar. Hierfür den gewonnen Saft in einen großen Topf geben und auf 80 Grad erhitzen und so 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend mit einer Kelle den Schaum auf der Oberfläche absammeln und den Apfelsaft noch heiß in sterile Flaschen mit Schnappverschluss füllen. Gleich luftdicht verschließen. So ist der Apfelsaft mehrere Wochen und Monate haltbar und kann im Vorratsschrank oder Keller aufbewahrt werden.
Tipp: Mancherorts gibt es auch professionelle Entsaftungsanlagen, etwa bei Obstbauern, wo man auch große Mengen gegen eine Gebühr zu Apfelsaft verarbeiten kann. Bei dem Prozess wird der Saft erhitzt und luftdicht verpackt, sodass er einige Wochen haltbar ist. Es kann sich also lohnen, sich in der Umgebung umzuhören.

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Klassische Zubereitung von Apfelsaft
Natürlich wurde auch schon Apfelsaft hergestellt, als es noch keine elektrischen Entsafter gab. Hierfür braucht es folgende Materialien und Zutaten:
- zwei Kilo Äpfel
- 1 Liter Wasser
- Zitronensaft, Agavendicksaft, Zimt (optional)
- zwei Töpfe
- Sieb
- Mulltuch
Anleitung:
- Äpfel waschen und putzen, also Kerngehäuse und Stiel entfernen. Auch Druck- oder Schadstellen müssen gründlich entfernt werden.
- Die Äpfel nun in kleine Stücke schneiden und mit dem Wasser in einem großen Topf übergießen.
- 20 Minuten lang die Mischung kochen, bis sich eine breiige Apfelmasse ergeben hat.
- In den zweiten Topf das Sieb platzieren und das Mulltuch darin ausbreiten.
- Anschließend die Apfelmasse auf das Mulltuch kippen und mit einem Löffel die Masse vorsichtig durch das Tuch drücken. Im Mulltuch verbleiben nun die festeren Bestandteile der Äpfel, der Saft läuft durch das Tuch hindurch.
- Der fertige Saft wird nun noch abgeschmeckt. Zitronensaft gibt ihm mehr Säure, Agavendicksaft verleiht ihm zusätzliche Süße und Zimt sorgt für ein weihnachtliches Aroma. Perfekt für heißen Apfelsaft im Winter!
- Den Apfelsaft noch heiß in sterile Flaschen abfüllen und luftdicht verschließen. So hält sich der Saft mehrere Wochen.

Selbst gemachter Apfelsaft als Geschenkidee
„Selbstgemachte Geschenke, die auch noch lecker sind, kommen meist besonders gut an. Auch Apfelsaft aus eigener Herstellung ist da keine Ausnahme. In schönen Flaschen abgefüllt und mit hübschen Etiketten versehen, wird aus dem edlen Saft ein kreatives Geschenk. Aus Apfelsaft lässt sich in wenigen Schritten auch Apfellikör zaubern. Hierfür 1 Liter Apfelsaft mit 150 Gramm Zucker, 1 Zimtstange und 3 Päckchen Vanillezucker in einem Topf aufkochen und anschließend abkühlen lassen. Der abgekühlten Mischung dann 375 Milliliter Rum und 8 Tropfen Bittermandelaroma hinzufügen. In hübsche Flaschen abfüllen – fertig!“