3. Januar 2024, 11:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Multifunktion und (wilde) Tiere nehmen im kommenden Jahr immer mehr Raum im Kinderzimmer ein. Gute Tarnungen treffen auf neutrale Farben. Was Eltern und die lieben Kleinen sonst noch so erwartet, verrät Interior Designerin und myHOMBEOOK-Autorin Odett Schumann.
Das Kinderzimmer und alle darin enthaltenen Möbelstücke müssen permanent besonderen Strapazen standhalten. Gerade auch auf funktionaler Ebene sollte die Einrichtung stets Gleichschritt mit den kindlichen Entwicklungsstufen halten können. Nicht zu vergessen die Optik: Die Gestaltung eines Kinderzimmers darf nicht langweilig anmuten, aber auch nicht überfordernd wirken. Bestenfalls dient das Interior Design dem kleinen Wesen als Inspiration beim Spielen und Lernen. Hersteller sind sich all dieser Ansprüche und ihrer Verantwortung immer mehr bewusst, wie sich auch bei den Trends fürs Kinderzimmer 2024 deutlich zeigt.
Neutrales Ambiente mit Pastelltönen
Der Unisex-Style ist endgültig im Kinderzimmer angekommen und im Grunde längst kein Trend mehr. Statt klischeebehafteten Rosa- und Blautönen, sind es jetzt vor allem helle Naturtöne und Pastellfarben, die das Reich der lieben Kleinen kleiden. Neutrales Sorbetgelb, Hellgrau, Greige, Mint oder Flieder lassen die Farbe im Raum keineswegs verschwinden. Besser noch: Sie bringen mehr Ruhe und Gelassenheit ins Kinderzimmer. Hier und da blitzen auch mal Akzente in Neonfarben, einem leuchtenden Rotorange oder sattem Ultramarin auf. So gewinnt der Raum wieder an Dynamik und Lebendigkeit.
Verspielte Aufbewahrungen
Nanu, was ist denn das? Ein Korb, der aussieht wie ein Elefant, eine Maus oder ein Fuchs? Verspielte Aufbewahrungslösungen wie diese sieht man immer öfter und dürfen 2024 bei keiner Kinderzimmerausstattung fehlen. Körbe, Kisten und Boxen sind nicht mehr nur zum Verstauen sämtlicher Spielsachen da, sie nehmen jetzt auch selbst spielerischen Charakter an. Für Eltern erweisen sich diese als nicht ganz uneigennützig: In ihrer Form getarnt als Apfel, Pilz oder Zirkuszelt lässt sich das Aufräumen am Abend spielerisch erledigen. Da macht Ordnung halten fast schon Spaß!
Nachhaltigkeit zum Anfassen
Seit Jahren schon liegen Kinderzimmereinrichtungen, die von der Natur und der skandinavischen Ästhetik inspiriert sind, im Trend. Mit dem Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit werden zum Wohle des eigenen Kindes als auch der Umwelt immer häufiger ökologische Alternativen gewählt. Im Jahr 2024 baut sich dieser Trend im Kinderzimmer weiter aus: Noch mehr Möbel aus Naturmaterialien und Spielzeug aus recyceltem Kunststoff werden Teil der Ausstattung sein. Zertifizierte Hölzer, Rattan, Kork und Leinen treffen auf umweltfreundliche Farben und Lackierungen.
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Außerdem verbindet sich eine einfache, organische Formensprache mit der Idee des Minimalismus. Bloß nicht zu viele (unnütze) Dinge im Raum haben, stattdessen mehr auf Funktion und Komfort achten. Das Wissen, wo Rohstoffe wirklich herkommen und die Wertschätzung hochwertiger Verarbeitung nehmen künftig noch mehr Relevanz ein.
Fröhliches Affentheater im Kinderzimmer
Ohne seine tierischen Freunde fehlt dem Kinderzimmer ganz klar etwas. Ob als geliebtes Kuscheltier, Motiv an der Wand oder Aufbewahrungskorb – Löwen, Pinguine und Eulen sind als Trend im Kinderzimmer 2024 gefragt. Auch wenn es scheint, als wäre der Zoo ausgebrochen, ist es eine Gestaltungsidee, die Groß und Klein viel Freude bereitet. Hier wuselt es nur so an heimischen oder sogar exotischen Gefährten. Und ganz nebenbei lernen Kinder so spielerisch die Welt der Tiere kennen.
Der Markt unterstützt den Lernprozess, indem er mittlerweile vom Wandhaken über die Wimpelkette bis hin zum Teppich einfach alles in lustigen tierischen Gestaltungen anbietet. Und nicht nur das: Auch andere Naturphänomene werden immer häufiger im Kinderzimmer gesichtet. In galaktische Sphären begegnen sich Wolken-Leuchten und Kissen, die sich zu Monden und Sternen formen. Farbenfrohe Regenbogen zieren währenddessen originelle Wandteppiche.
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Modulare und mitwachsende Möbel
Auch dieser Trend fürs Kinderzimmer 2024 ist inspiriert von einem nachhaltigen Bestreben. Modulare und mitwachsende Möbel lassen Eltern nicht nur flexibler auf die Entwicklung ihrer Sprösslinge reagieren, es schont auch ihren Geldbeutel. Zwar erscheinen derartige Möbel zunächst hochpreisig, sie sind aber eine Investition für die Zukunft. Denn Kinder wachsen schnell, doch es würde einem finanziellen Ruin gleichkommen, ständig neue Möbel zu kaufen. Mit mitwachsenden Betten, die teils von der Geburt bis ins Grundschulalter passen, oder höhenverstellbaren Schreibtischen müssen sich Eltern lange Zeit keine Gedanken mehr um die kindliche Einrichtung machen.
Als ebenso ressourcenschonend erweisen sich auch Multifunktionsmöbel. So ist eine Wickelkommode vielmals längst kein eigenständiges Möbelstück mehr, sondern kann lediglich ein Aufsatz für eine herkömmliche Anrichte sein. Praktisch sind auch Modulmöbel im neutralen Design, die sich je nach Bedarf des Kindes, immer wieder neu arrangieren und erweitern lassen.