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Flexibel und schlicht

Was taugen Pappmöbel?

Was taugen Pappmöbel?
Es gibt Tische, Regale und auch Sitzmöbel aus Pappe Foto: Getty Images
dpa

3. August 2021, 4:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Möbel aus Pappe – was sich anhört wie ein leicht knickbares Provisorium hat längst seinen Platz in der Einrichtungswelt gefunden. Sie sprechen die eher noch mobile junge Zielgruppe an.

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Sie sind ein Nischenprodukt, aber keines, das sich auch in einer Nische verstecken müsste: Pappmöbel. Sie haben sich vom Provisorium zum vollwertigen Einrichtungsprodukt gemausert.

„Pappmöbel haben vor allem jüngere Fans“, sagt die Einrichtungsexpertin Gabriela Kaiser. Denn während ältere Menschen häufig mehr Wert auf Polster und Komfort legen, hat bei der jungen Zielgruppe die Flexibilität Priorität. Besonders wenn man noch Umzüge vor sich habe, profitiere man von dem schnellen Auf- und Abbau sowie dem leichten Transport, so Kaiser.

Besonders nachhaltige Möbel

Doch es gebe da noch auch eine weitere, gerade stark wachsende Zielgruppe. Die umweltbewusst ist und den Fokus auf Nachhaltigkeit legt, sagt Ursula Geismann von der Initiative Furnier + Natur. In Kombination mit dem minimalistischen Design träfen Pappmöbel damit den Zeitgeist.

Auch der Trendforscher Frank A. Reinhardt sieht das so. Zwar sagt er: „Ich verbinde Pappkartons vor allem mit Umzug und Stress.“ Doch wenn diese Assoziation durch ein „pfiffiges, individuelles Design“ aufgelöst werde, können Pappmöbel „ein Statement für eine mobile und nachhaltige Gesellschaft“ sein.

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Wie lange halten Pappmöbel?

„Wellpappenkonstruktionen sind sehr stabil“, sagt die Möbelexpertin Ursula Geismann. Ein klassisches Bett ist für 150 bis 200 Kilogramm ausgelegt. Fliehkraft-Tests haben Geismann zufolge gezeigt, selbst wenn man sich mit Schwung auf ein Pappbett schmeißen würde, die meisten bis zu 1000 Kilogramm aushalten.

Je nach Qualität haben Pappmöbel eine Lebensdauer zwischen sechs und zehn Jahren. „Natürlich kommt es darauf an, wie man damit umgeht und ob beispielsweise ein Haustier die Möbel anknabbert“, so Geismann.

Die Leichtbautechnik versteckt sich auch in manchen Möbeln, die nicht nach Pappe aussehen, sagt Design-Journalist Frank A. Reinhardt. Denn um Gewicht zu sparen, bestehen Platten von Schreibtischen und Schranktüren in ihrem Inneren aus Pappe. Das erleichtert nicht nur den Transport, sondern spart dabei Transportenergie, was wiederum zu einer besseren ökologischen Bilanz beiträgt.

Außerdem lassen sich Pappmöbel dank durchdachtem Design sowie Falt- und Stanztechnik ohne weitere Montageteile wie Schrauben und Kleber zusammenbauen. Auch dies ist nachhaltig. Je nach Hersteller werden Pappmöbel zudem aus 75 bis 95 Prozent Recyclingpapier hergestellt.

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Möbel aus Pappe anschließend recyceln

Haben die Möbel dann doch einmal ausgedient, können sie oft im Altpapier entsorgt und somit in den Kreislauf zurückgeführt werden. „Eine fachgerechte Entsorgung ist für den Nachhaltigkeitsaspekt entscheidend“, betont Reinhardt.

Ob es die Pappmöbel von der Nische auch in den Mainstream schaffen, bleibt trotz der trendigen Kaufargumente für diese aber fragwürdig. Viele Menschen werden weiterhin Holzmöbel bevorzugen, erwartet die Trendanalystin Kaiser. Gleichzeitig ist sie überzeugt: „Die Zielgruppe für Pappmöbel wird weiter wachsen.“ Denn umweltbewusste Materialien werden immer wichtiger und Pappe sei deutlich nachhaltiger als billiger Pressspan.

Themen Möbel

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