
20. Oktober 2023, 5:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Auch bei Holzpellets gibt es viele Anbieter und Sorten. Ihren Zweck erfüllen die meisten Presslinge in einem aktuellen Test. Was genau aber verheizt man da? Und stimmt alles, was die Packung verspricht?
Die meisten Holzpellets heizen gut und erfüllen die aktuellen Standards. Das dürfte jedem Pelletheizungsbesitzer das Herz erwärmen. Doch nicht immer ist klar, woher die Pellets kommen – und manches Werbeversprechen ist bloß heiße Luft, so das Testfazit der Experten der Zeitschrift Ökotest (Ausgabe 11/2023).
So gut heizen Pellets laut Ökotest
Was bringt ein Kilo Pellets an Wärme? Was den Heizwert angeht, entsprachen alle Produkte im Test dem in der Norm EN plus A1 festgelegten Mindestwert von 4,6 Kilowattstunden je Kilogramm (kWh/kg) Pellets. Etliche heizen sogar besser, drei Produkte erhielten hier ein „sehr gut“, sie heizen mit fast 5 kWh/kg „deutlich besser“ als gefordert. Einige Hersteller geben diesen Wert allerdings nicht auf der Verpackung an.
Apropos Norm: Auch in anderen Bereichen hielten die Produkte die EN-plus-A1-Norm, die im Test als Grundlage diente, durchweg ein. Insgesamt erhielten zwölf von 14 Pellets in Bezug auf die Pelletqualität ein „sehr gut“, darunter der Gesamt-Testsieger „Wohl und Warm Holzpellets“ (Hersteller: EC Bioenergie). Bei zweien beanstandeten die Tester eine relativ geringe Festigkeit, bei einem kam noch ein höherer Wasseranteil hinzu.
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Woher stammt das Holz?
In die Gesamtnote floss auch ein, woher das für die Pellets verwendete Holz stammte. Zum Teil sind Angaben zum Ursprung des Holzes auf den Verpackungen aufgedruckt, demnach stammte das Holz für viele der Pellets im Test aus Deutschland. Aber auch Polen, Tschechien und Belgien tauchen als Ursprungsländer auf.
Wo die Tester nachfragten, weil auf der Packung keine Angaben gemacht wurden, bekamen sie nur von einem Teil der Hersteller Antworten oder Belege, etwa Lieferscheine oder Nachweise aus einer Zertifzierung durch das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (PEFC) für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Sie sehen darin einen Mangel an Transparenz.
Sind Pellets wirklich klimaneutral?
Auf mehreren Verpackungen befanden sich Aussagen wie „klimaneutral“, „CO2-neutral“ oder vergleichbaren Angaben, so die Tester. Zwar speicherten Bäume speichern einerseits CO2, beim Verbrennen aber werde im Holz gespeichertes CO2 auf einen Schlag frei. Bis ein wachsender Baum das freigesetzte Treibhausgas wieder eingelagert hat, werde es „viele Jahrzehnte dauern“. Sieben Produkte wurden daher wegen „Greenwashing“ um eine Note abgewertet.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Die Experten von Ökotest empfehlen, beim Kauf auf folgenden Kriterien zu achten:
- Nicht nur die Pellets, sondern auch der Lieferant sollte nach EN plus zertifiziert sein. Eine Liste zertifizierter Händler und Produzenten findet man beim Deutschen Pelletinstitut.
- Beim Lagern und Transportieren von Pellets sollte man einige Hinweise beachten. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband gibt wertvolle Tipps in einer Broschüre.
- Alle zwei Jahre muss man ein Pelletlager komplett entleeren und reinigen. Bei der Lagerung entsteht Kohlenmonoxid, wovon Lebensgefahr ausgeht.
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Experte erklärt Woran erkennt qualitativ hochwertige Holzpellets?

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Pellets bei Ökotest – das Gesamtergebnis
Von den 14 überprüften Produkten erhielt eines die Gesamtnote „sehr gut“, neun „gut“, drei „befriedigend“ und eines „ausreichend“. Testsieger war das Produkt „Wohl und Warm Holzpellets“ vom Hersteller EC Bioenergie.
Mit Material der dpa