
17. Dezember 2024, 11:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Geröstet, gesalzen oder naturbelassen, im Salat, als Snack oder kandiert auf dem Weihnachtsmarkt – Cashewkerne sind im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Doch jetzt wurde der dazugehörige Baum überraschend zur Giftpflanze des Jahres 2025 gewählt.
Bereits seit 2005 wird jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek die Giftpflanze des Jahres präsentiert. Jeder ist im Vorfeld zur Abstimmung eingeladen. In diesem Jahr hat es der Cashewbaum auf den ersten Platz geschafft. myHOMEBOOK erklärt, warum der Cashewbaum das Rennen gewonnen hat und warum man ihn zur Giftpflanze des Jahres 2025 gewählt hat.
Darum ist der Cashewbaum die Giftpflanze des Jahres 2025
In den Früchten des Cashewbaums findet sich das Öl Cardol. „Es ist unverträglich und greift die Schleimhäute an“, informiert der Botanische Sondergarten. Das Öl befindet sich in der Schale der Kerne. Eine Vergiftung zeige sich durch heftige Koliken. Außerdem seien allergische Wirkungen auf der Haut mit Verbrennungen zweiten Grades vergleichbar, heißt es. Aufgrund seiner Giftigkeit sollte man beim Ernten der sogenannten Cashewäpfel, in denen sich die Kerne befinden, unbedingt Schutzkleidung tragen.

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Warum wir Cashews trotz Giftigkeit essen können
Hierzulande kennen wir die Cashewkerne als leckeren Snack für zwischendurch. Zumeist finden wir sie in der Nussabteilung des Supermarkts. In Tüten verpackt sind die Kerne aufbereitet und für uns völlig ungiftig. Die Giftigkeit geht verloren, sobald der Kern geerntet und aufbereitet, also geröstet beziehungsweise erhitzt wurde. Da sich das giftige Öl Cardol in der Schale der Kerne befindet, diese aber geknackt und entfernt werden, bevor sie zum Konsumenten gelangen, haben wir nichts zu befürchten.

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Nach der Aufbereitung sind Cashewkerne ein echtes Powerfood
Nachdem das giftige Cardol durch die Aufbereitung verflogen ist, kann man die Kerne des Cashewbaums bedenkenlos essen, schreibt der Botanische Garten. „Sie sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Eiweißen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders reich sind sie an Magnesium, Kupfer, Zink und Vitamin B“, heißt es. Die Giftpflanze des Jahres ist also nur in rohem und unbehandeltem Zustand giftig. Eine genauere Erklärung finden Sie bei unseren Kollegen von FITBOOK.

Kann man den Cashewbaum auch in Deutschland anpflanzen?
„Grundsätzlich ist es möglich, allerdings steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit im Raum. Der Cashewbaum stammt ursprünglich aus tropischem Klima. Bei uns in Deutschland ist das Klima weniger angenehm für die Pflanze. Wir müssten ein Gewächshaus quasi rund um die Uhr beheizen und die Luftfeuchtigkeit konstant halten. Dann wäre es auch möglich, einen Cashewbaum bei uns anzubauen.“
Die „Giftpflanzen des Jahres“ im Überblick:
Jahr | Name | Hauptwirkstoffe |
2005 | Blauer Eisenhut | Aconitin |
2006 | Pfaffenhütchen | Evonin, Herzglykoside |
2007 | Roter Fingerhut | Digitoxin |
2008 | Herkulesstaude | Furocumarine, Psoralen |
2009 | Tabak | Nikotin |
2010 | Herbstzeitlose | Colchizin |
2011 | Eibe | Taxin |
2012 | Gemeiner Goldregen | Cytisin |
2013 | Kirschlorbeer | Prunasin |
2014 | Maiglöckchen | Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid, Desglucocheirrotoxin |
2015 | Rittersporn | Diterpenoide, häufig Methyllycaconitin |
2016 | Kalifornischer Mohn | Alkaloide |
2017 | Tränendes Herz | Isochinolin-Alkaloide, Protopin, Sanuinarin, Chelerythrin, Cularin |
2018 | Wunderbaum | Rizin |
2019 | Aronstab | Oxalat, Saponin, Coniin |
2020 | Schwarze Tollkirsche | Hyoscyamin, Scopolamin |
2021 | Schlafmohn | Morphin, Codein |
2022 | Kartoffel | Solanin |
2023 | Petersilie | Apiol |
2024 | Blauregen | Lectine, Wistarin |
2025 | Cashewbaum | Cardol |