
13. Februar 2025, 17:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Narzissen (Narcissus) gehören zu den bekanntesten Frühjahrsblühern und sind in vielen Gärten und Parks zu finden. Mit ihren leuchtend gelben, weißen oder orangefarbenen Blüten setzen sie farbenfrohe Akzente im Frühjahr. Die robuste Zwiebelpflanze eignet sich für Beete, Wiesen, Kübel und Balkonkästen und benötigt nur wenig Pflege. Einige Sorten verströmen zudem einen angenehmen Duft. Alle Pflanzenteile der Narzisse sind giftig, weshalb Vorsicht im Umgang geboten ist.
Die Gattung ‚Narcissus‘ zählt zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Ursprünglich stammen Narzissen aus Südwesteuropa und Nordwestafrika, wobei der Verbreitungsschwerpunkt auf der Iberischen Halbinsel liegt. Die meisten Arten bevorzugen lichte Wälder, Wiesen oder steinige Hänge. Durch Züchtung sind weltweit etwa 24.000 Kulturformen entstanden. Besonders bekannt ist die Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus), die in Westeuropa weit verbreitet ist.
Narzisse
Boden
Durchlässig und nährstoffreich
Pflanzzeit
September
Standort
Sonnig bis halbschattig
Gießen
Regelmäßig
Blütezeit
März bis Mai
Giftig
In allen Teilen
Düngen
Im Frühjahr
Mit ausreichend Schutz
Übersicht
Narzissen pflanzen
Narzissenzwiebeln werden im Herbst, idealerweise zwischen September und November, gepflanzt. Wichtig ist eine Pflanztiefe von etwa 10 bis 15 cm, wobei kleine Zwiebeln entsprechend flacher gesetzt werden. Der Abstand zwischen den Zwiebeln sollte 12 bis 15 cm betragen. In schweren Böden kann eine Beimischung von Sand die Drainage verbessern. Nach dem Pflanzen sollten die Zwiebeln gründlich angegossen werden, um die Wurzelbildung zu fördern.
Standort und Boden
Narzissen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem, humusreichem Boden. Staunässe sollte vermieden werden, da sie zu Zwiebel- und Wurzelfäule führen kann. Besonders gut gedeihen Narzissen in leicht kalkhaltiger Erde mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7.
Aussehen und Wuchs
Narzissen sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die aus einer Zwiebel austreiben. Sie erreichen eine Wuchshöhe von 5 bis 60 cm. Die grundständigen, linealischen bis riemenförmigen Blätter überragen häufig den Blütenschaft. Die Blütenkrone besteht aus sechs Blütenblättern und einer trompeten-, becher- oder schalenförmigen Nebenkrone. Die Farbpalette reicht von Weiß über Gelb bis zu Orange, einige Sorten duften intensiv.
Sorten
Narzissen lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen:
- Trompeten-Narzissen (Narcissus pseudonarcissus): Große Einzelblüte mit langer Trompete.
- Tazetten (Narcissus tazetta): Mehrere Blüten pro Stiel, stark duftend.
- Dichter-Narzissen (Narcissus poeticus): Weiße Blüten mit kleiner, rotrandiger Nebenkrone, duftend.
- Jonquilla-Narzissen (Narcissus jonquilla): Kleine, duftende Blüten, schmale Blätter.
- Zwergnarzissen (Narcissus asturiensis, Narcissus bulbocodium): Sehr kleine Wuchsform, ideal für Steingärten und Kübel.
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Narzissen pflegen
Narzissen sind pflegeleichte Pflanzen, die ohne viel Aufwand Jahr für Jahr blühen. Wichtig ist, dass das Laub nach der Blüte nicht entfernt wird, damit die Zwiebel Nährstoffe speichern kann.
Bewässerung der Pflanzen
Narzissen benötigen während der Wachstums- und Blütezeit gleichmäßige Feuchtigkeit, vertragen jedoch keine Staunässe. In regenarmen Perioden kann zusätzlich gegossen werden. Im Sommer, während der Ruhephase, ist kein zusätzliches Gießen erforderlich.
Der richtige Zeitpunkt zum Düngen
Eine Düngung erfolgt im zeitigen Frühjahr, sobald die Blätter austreiben. Organische Dünger wie Kompost oder Hornspäne sind ideal. Nach der Blüte kann eine weitere Düngergabe erfolgen, um die Zwiebeln für die nächste Saison zu stärken.
Wie man die Narzisse schneiden sollte
Verwelkte Blüten sollten entfernt werden, um die Samenbildung zu verhindern. Das Laub bleibt jedoch stehen, bis es vollständig vergilbt ist. Dies sichert die Nährstoffaufnahme für die nächste Blühsaison.
Winterhärte
Die meisten Narzissenarten sind winterhart bis ca. –15 Grad. Frostempfindliche Sorten wie beispielsweise die Engelstränen-Narzisse (Narcissus triandrus) sollten mit einer Mulchschicht geschützt oder ausgegraben und frostfrei gelagert werden.
Vermehrung
Narzissen vermehren sich über Tochterzwiebeln, die sich nach einigen Jahren um die Hauptzwiebel bilden. Diese können im Spätsommer nach dem Vergilben des Laubs vorsichtig abgetrennt und neu gepflanzt werden. Die Vermehrung durch Samen ist möglich, dauert aber mehrere Jahre bis zur Blühreife.
Krankheiten und Schädlinge
- Narzissenfliege (Merodon equestris): Die Larven fressen sich in die Zwiebel, was zu Fäulnis führt. Befallene Zwiebeln müssen entfernt werden.
- Fusarium-Zwiebelfäule: Pilzerkrankung, die zu Vergilben und Fäulnis führt. Vorbeugend hilft ein gut durchlässiger Boden.
- Nematoden: Winzige Fadenwürmer, die Wurzeln und Blätter schädigen. Befallene Pflanzen sollten entsorgt werden.
Giftigkeit
Alle Pflanzenteile der Narzisse enthalten Alkaloide, die für Menschen und Tiere giftig sind. Besonders die Zwiebeln können bei Verwechslung mit Speisezwiebeln schwere Vergiftungen verursachen. Der Pflanzensaft kann zudem Hautreizungen hervorrufen.
Alternativen
Wer eine ähnliche Blütenpracht sucht, die an den Frühling erinnert, kann folgende Pflanzen in Betracht ziehen:
- Tulpen (Tulipa) – Vielfältige Farben und Formen.
- Schneeglöckchen (Galanthus) – Sehr früh blühend.
- Winterling (Eranthis hyemalis) – Leuchtend gelbe Blüten im Spätwinter.
- Traubenhyazinthe (Muscari) – Blaue, traubenförmige Blütenstände.
Ernte und Verwendung
Als Schnittblume sollten Narzissen vor dem Arrangieren separat in Wasser gestellt werden, da ihr Pflanzensaft andere Blumen schneller welken lässt. In Beeten und Wiesen eignen sie sich hervorragend zur Verwilderung.

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Bienenfreundlichkeit
Einige Narzissenarten, insbesondere Dichter-Narzissen (Narcissus poeticus), bieten Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen. Gefüllte Sorten sind hingegen für Insekten wenig attraktiv.