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Gießen, Standort, Pflege

Was man bei der Anzucht auf der Fensterbank beachten sollte

Pflanzen auf der Fensterbank
Für gute Lichtverhältnisse auf der Fensterbank eignet sich am besten ein Platz am Ost- oder Westfenster Foto: Getty Images
Felix Mildner
Redaktionsleiter

24. Februar 2025, 16:44 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Falsches Gießen, schlechte Erde, zu viel Wärme: Jungpflanzen sind empfindlicher als gedacht. Sieben Punkte, die man bei der Anzucht in Wohnräumen beachten muss.

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Die Anzucht auf der Fensterbank ist eine beliebte Methode, um mit Gemüse und Kräutern frühzeitig zu starten. Doch nicht jede Saat keimt unter denselben Bedingungen. Während einige Pflanzen Licht benötigen, um zu sprießen, brauchen andere Dunkelheit oder sogar eine Kältephase. Zudem ist der Zeitpunkt der Aussaat entscheidend für gesunde, kräftige Pflanzen.

1. Unterschiedliche Keimbedingungen beachten

Nicht alle Samen gedeihen unter den gleichen Bedingungen. „Man unterscheidet zum einen die sogenannten Kühlkeimer und zum anderen die Licht- und Dunkelkeimer“, erklärt Annette Holländer, ausgebildete Samengärtnerin und Buchautorin.

  • Kühlkeimer (Frostkeimer): Bestimmte Pflanzen, darunter Pfingstrosen, Alpenveilchen oder Bärlauch, benötigen einen Kältereiz, um die Keimung anzuregen. Dazu werden die Samen mit etwas feuchtem Quarzsand vermischt und in Tüten verpackt. Diese kommen für vier bis sechs Wochen ins Gemüsefach des Kühlschranks oder sogar ins Gefrierfach. Alternativ kann eine Aussaat im Spätherbst erfolgen, wobei die Gefäße über den Winter in ein Frühbeet gestellt werden.
  • Lichtkeimer: Pflanzen wie Basilikum dürfen nicht mit Erde bedeckt werden, da sie Licht zur Keimung benötigen.
  • Dunkelkeimer: Im Gegensatz dazu müssen Samen von Kürbis oder Schnittlauch mit einer Erdschicht bedeckt werden, um erfolgreich zu keimen.

2. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat

„Der Kardinalfehler bei der Aussaat besteht darin, dass man zu früh mit der Aussaat anfängt“, warnt Gärtnermeisterin Hanna Strotmeier. Zwar begünstigen warme Wohnräume die Keimung, doch Pflanzen wie Tomaten oder Auberginen dürfen erst nach etwa zwei Monaten ins Freie. Eine verfrühte Aussaat führt zu langen, instabilen Trieben und erhöhtem Schädlingsbefall.

Passend dazu: Wann sollte man beginnen, Tomaten vorzuziehen?

Strotmeier empfiehlt daher, mit der Aussaat von Tomaten, Gurken und Kürbissen bis zur ersten Märzhälfte zu warten: „Ideal ist für diese Gemüsearten eine Aussaat in der ersten Märzhälfte, weil man die Pflanzen vier Wochen später pikieren kann.“

Einige Pflanzen bilden hier eine Ausnahme: Paprika, Chilis, Sellerie und Gemüsezwiebeln dürfen bereits im Februar gesät werden, da ihre Keimung und Entwicklung länger dauert.

3. Aussaat auf der Fensterbank richtig vorbereiten

Bevor es mit der Aussaat losgeht, sollten Hobbygärtner einige Vorbereitungen treffen. Dazu gehört die Sortierung der Samen nach ihrer Keimart sowie die Wahl eines geeigneten Anzuchtsubstrats. „Man sollte keine gebrauchte Erde verwenden, denn darin können sich bereits Trauermücken vermehrt haben“, warnt Annette Holländer. Die Larven dieser Schädlinge können die Wurzeln der Jungpflanzen erheblich schädigen.

Mehr dazu: 5 Tipps, um lästige Trauermücken im Blumentopf loszuwerden

Anzuchterde bietet mehrere Vorteile: Sie ist gut durchlüftet, nährstoffarm und speichert Wasser optimal. Zudem sollten Anzuchttöpfe und -schalen vor der Verwendung gründlich gereinigt und desinfiziert werden, um Schimmel und Krankheitserreger zu vermeiden.

4. Die richtige Temperatur während der Keimung

Während der Keimphase benötigen die meisten Pflanzen Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius. Dies lässt sich auf der Fensterbank meist problemlos erreichen. Ist es zu kühl, verzögert sich die Keimung. Allerdings begünstigt eine dauerhaft feuchte Umgebung Schimmelbildung, weshalb eine mäßige Bewässerung wichtig ist.

Sobald die ersten Triebe erscheinen, sollte die Temperatur gesenkt und die Lichtintensität erhöht werden. „Ein Südfenster ist also keine gute Idee“, rät Strotmeier. Hohe Temperaturen können die zarten Keimlinge stressen. Besser geeignet sind Ost- oder Westfenster. Nach der Keimung können Pflanzen in kühleren Räumen wie einem unbeheizten Schlafzimmer oder Flur weiterwachsen.

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5. Häufige Probleme vermeiden

Nicht selten kommt es vor, dass junge Pflanzen plötzlich umfallen und absterben. „Meist faulen die Sämlinge von der Wurzel ab“, erklärt Holländer. Ursache dafür ist häufig ein Pilzbefall, der die sogenannte Umfallkrankheit auslöst. Um dem vorzubeugen, sollte sparsam gegossen werden.

6. Platzbedarf nicht unterschätzen

Jungpflanzen wachsen schnell und benötigen zunehmend Platz. Spätestens mit dem zweiten oder dritten Blattpaar sollten sie vereinzelt werden – ein Vorgang, den Gärtner als Pikieren bezeichnen. Dabei werden die Sämlinge in größere Töpfe mit hochwertigem Pflanzsubstrat umgesetzt.

Generell sollten die Pflanzen nun weniger gegossen werden, da dies ihr Wachstum kompakter hält. Kürbisse, Gurken und Sonnenblumen müssen hingegen nicht pikiert werden, da sie von Anfang an einzeln oder in kleinen Gruppen gesät werden können.

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7. Vorbereitung auf das Auspflanzen ins Freie

Damit die Pflanzen den Umzug ins Freie gut überstehen, sollten sie in den letzten Wochen vor dem Auspflanzen abgehärtet werden. Ein heller, kühler Standort ist ideal – beispielsweise ein Frühbeet mit Abdeckung, die vor Spätfrösten schützt. Tagsüber dürfen die Pflanzen bereits an die frische Luft, solange sie nachts geschützt bleiben.

Mit der richtigen Planung und Pflege gelingt die Aussaat auf der Fensterbank und sorgt für kräftige, gesunde Pflanzen, die später im Garten oder auf dem Balkon weiter gedeihen.

Mit Material der dpa

Themen Garten im Februar Garten im März

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