
10. Mai 2023, 17:12 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die kleinen aromatischen Früchte kommen auf natürliche Weise an Wald- und Feldrändern vor. Auch in einigen Gärten fühlen sich die robusten Walderdbeeren wohl. Mit einer guten Standortauswahl können die kleinwüchsigen Pflanzen eine reiche Naschobsternte einbringen. myHOMEBOOK erklärt, wie das am besten gelingt.
Klein, süß und aromatisch – Walderdbeeren sind eine echte Delikatesse. Im Supermarkt sind sie auch zur Erdbeerzeit nur selten zu finden. Dafür kann bei Spaziergängen in der Natur am Wegesrand oft die eine oder andere Walderdbeerpflanze entdeckt werden und die roten Früchte von der Pflanze direkt in den Mund wandern. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Hinterlassenschaften von Hunden oder auch Wildtieren können das am Boden wachsende Obst verunreinigen, auch Fuchsbandwürmer und andere Parasiten können auf diesem Weg übertragen werden.
Wer also unbeschwert und ohne große Umwege Walderdbeeren aus dem eigenen Garten genießen möchte, kann die kleinen Erdbeerpflanzen auch selbst anpflanzen. Hier gedeihen sie am besten an schattigen Standorten und können mit ihrer bodenbedeckenden Wuchsform für einen dichten Pflanzenteppich sorgen, der Unkräuter fernhält.

Übersicht
Walderdbeeren pflanzen
In vielen Gärten kommen Walderdbeeren schon auf natürliche Weise vor. Hier kann man über die gezielte Pflanzung von Ausläufern oder Teilung bestehender Pflanzen für eine größere Verbreitung im Garten sorgen. Auch viele Gartencenter oder Online-Shops führen die Walderdbeere. Die beste Pflanzzeit für die Jungpflanzen ist der Herbst oder das Frühjahr. Wer die Walderdbeere als Bodendecker nutzen will, sollte einen Pflanzabstand unter 20 Zentimeter wählen. Um eine zu starke Ausbreitung in andere Beete zu verhindern, können Beetbegrenzungen eingesetzt oder die Walderdbeere direkt in ein schattiges Hochbeet gepflanzt werden.
Aussehen und Wuchs
Die Walderdbeere sieht im Grunde aus wie eine normale Erdbeerpflanze im Miniaturformat. Sie wird maximal 25 Zentimeter hoch und bildet mit ihren vielen Ausläufern oft teppichartige Verbände. Die Blätter sind dreigeteilt und an den Rändern gesägt. Die kleinen weißen Blüten wachsen an dünnen grünen Stielen. Diese werden durch ihren süßen Nektar von vielen Insekten als Nahrungsquelle aufgesucht. Die rundlichen Früchte sind bei den meisten Sorten dunkelrot, wenn sie ausgereift sind und messen oft nur einen Zentimeter im Durchschnitt. Auch wenn der Name es nahelegt, sind Erdbeeren keine Beeren. Sie gehören streng genommen zu den Sammelnussfrüchten. Die Nüsse sind hierbei als kleine helle Samen auf der Oberfläche der Frucht zu sehen.
Standort und Boden
Halbschattige bis schattige Standorte sind ideal für die Walderdbeere. Entsprechend ihres natürlichen Lebensraums am eher lichtarmen Waldboden genügt für die Reifung der kleinen Früchte Morgen- oder Abendsonne. Wichtig ist hingegen ein feuchter, humoser Boden, der die Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen versorgt.
Sorten
Durch gezielte Zucht sind inzwischen einige Sorten der Walderdbeere entstanden:
- Waldkönigin: Die „Königin der Walderdbeeren“ gilt als echter Klassiker. Die Früchte sind im reifen Zustand dunkelrot und bieten beim Verzehr eine echtes Aromenfeuerwerk.
- Tubby White: Die Früchte dieser Sorte sind auch im reifen Zustand in Weiß gehalten. Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch und sorgt für Abwechslung im Naschgarten.
- Cocoserdbeere: Ein besonderer Leckerbissen sind die Erdbeeren dieser Sorte. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie klassische, dunkelrote Walderdbeeren, weisen aber einen intensiven Kokosgeschmack auf.
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Walderdbeeren pflegen
Im Gegensatz zu den oft anspruchsvollen Gartenerdbeeren sind Walderdbeeren eher pflegeleicht. Oft wachsen sie in Gärten sowieso schon „wild“ unter Bäumen und Sträuchern und zeigen damit gut an, wo weitere Pflanzen gedeihen würden.
Bewässerung
Die Walderdbeere benötigt einen stets mindestens leicht feuchten Boden. In besonders heißen und trockenen Sommern sollte sie daher regelmäßig gegossen, Staunässe aber dennoch vermieden werden. Um die Feuchtigkeit im Boden zu erhöhen, empfiehlt es sich eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt um die Pflanzen herum aufzutragen. Dies vermindert die Verdunstung und sorgt gleichzeitig für die Eintragung von natürlichem Dünger in den Boden.
Düngung
Wer im Herbst Kompost auf die Erde rund um die Pflanzen gibt und regelmäßig mit Rasenschnitt mulcht, hat seine Walderdbeerpflanzen gut versorgt.
Schnitt
Ein leichter Rückschnitt im Herbst genügt, um die Pflanzen in Form zu halten. Dann können auch Ausläufer abgetrennt und neu eingepflanzt werden.
Giftigkeit
Frucht und Pflanze der Walderdbeere sind ungiftig. Allerdings besteht bei der Ernte in freier Wildbahn die Gefahr, dass die Erdbeeren durch Tierurin verunreinigt sind oder beispielsweise der Fuchsbandwurm übertragen wird.
Verwendung
Walderdbeeren schmecken frisch und roh am besten. So bleiben auch die empfindlichen Vitamine und Mineralstoffe erhalten, die beim Kochen schnell zerfallen. Walderdbeeren haben einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C. Aber auch die Blätter und Blüten der Walderdbeere kann man als Salate oder essbare Dekoration verwenden. Hier gilt wie immer: Frisch von der Pflanze direkt zubereitet und verzehrt, schmeckt es am besten.

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Krankheiten und Schädlinge
Walderdbeeren sind gemeinhin robuster als Gartenerdbeeren. Dennoch können auch sie von einem speziellen Rüsselkäfer, dem Erdbeerblütenstecher, befallen werden. Auch Milben oder Mehltau können zum Problem werden. Der ideale Standort und die passende Pflege wirken meist vorbeugend, im Zweifel kann den Schädlingen mit ökologischen Pflanzenschutzmitteln zu Leibe gerückt werden.