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Experte erklärt

Warum man im Altbau dünne Wände nicht einfach einreißen sollte

Man sollte nicht voreilig zum Vorschlaghammer greifen. Auch dünne Wände können in Altbauten maßgeblich zur Statik beitragen
Man sollte nicht voreilig zum Vorschlaghammer greifen. Auch dünne Wände können in Altbauten maßgeblich zur Statik beitragen Foto: Getty Images
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

19. März 2024, 4:37 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Mit der Zeit ändern sich die Ansprüche. So auch bei Wohnungen. Wer heute in eine Altbauwohnung zieht, möchte oft größere Zimmer oder mehrere Zimmer zusammenlegen. Ein Wanddurchbruch ist da nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung – oder doch?

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Wer vorhat Wände in einem Altbau einzureißen, sollte dies nicht tun, ohne sich vorher genauestens erkundigt zu haben. Idealerweise hat man eine Fachperson zu Rate gezogen. Auch wenn es sich nur um eine kleine, wenige Zentimeter dicke Wand handelt, sollten Heimwerker nicht einfach selbst Hand anlegen. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) hin. Denn im statischen System von Häusern, die in die Jahre gekommenen sind, können auch vermeintlich nichttragende Wände eine wichtige mittragende Funktion erfüllen.

Darum sollte man Experten mit Altbauerfahrung zu Rate ziehen

„Bei alten Häusern muss man davon ausgehen, dass jede Eigentümergeneration über die Jahre mehr oder weniger fachkundig Umbauten und Veränderungen vorgenommen hat“, erklärt Marc Ellinger, VPB-Bausachverständiger. Das statische System dieser Gebäude hätte sich solchen Eingriffen angepasst. Im Laufe der Zeit, können Wände, die eigentlich keine Last tragen sollten, zu mittragenden Wänden geworden sein.

Vor der Entfernung oder dem Durchbruch von Wänden in einem Altbau, sollte man deshalb unbedingt einen Tragwerksplaner mit Altbauerfahrung zurate ziehen, so der VPB. Nur so lasse sich wirklich ausschließen, dass die geplante Maßnahme zu schwerwiegenden Schäden an der Substanz führt.

Dazu passend: Einrichtungs-Tipps für die typischen Eigenheiten eines Altbaus

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Vorsicht in Erdbebengebieten

Besondere Vorsicht gilt bei Umbauplänen in Erdbebengebieten. Dort dienten auch die nichttragenden Wände eines Hauses der Aussteifung der Konstruktion. Wenn man diese Wände aus einem Altbau komplett oder in Teilen entfernt, sei die Erdbebensicherheit und damit die Standsicherheit des Hauses unter Umständen nicht mehr gewährleistet.

In Deutschland liegen Risikogebiete für Erdbeben laut des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in der Kölner Bucht, südlich von Tübingen in der Schwäbischen Alb, im südlichen Rheingraben sowie in der Umgebung von Gera.

Franka Kruse-Gering
Redakteurin

Extratipp

Wer einen Altbau beziehen möchte, sollte sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass viel Arbeit und Ungeplantes kommen könnte. Störende Wände im Altbau, die nicht entfernt werden können, entpuppen sich gern als krumm und schief. Dielen knarren und Fugen oder auch Löcher werden sichtbar. Man sollte sich bewusst sein, dass Altbauten nun einmal alt sind und dementsprechend Mängel aufweisen können.

Mit Material der dpa

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