
3. November 2024, 13:25 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die Fußbodenheizung ist installiert und jetzt geht es an die Auswahl des Bodenbelags? Was dabei zu beachten ist, lesen Sie hier.
Flächenheizungen, zu denen auch die Fußbodenheizung zählt, werden in immer mehr Häusern und Wohnungen eingebaut. Sie sorgen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und können mit einer vergleichsweise niedrigen Temperatur betrieben werden. Aber welchen Einfluss hat eine Fußbodenheizung auf die Wahl des Bodenbelags?
Beläge, die ideal für eine Fußbodenheizung sind
Es liegt auf der Hand, dass ein Bodenbelag die Leistung der Fußbodenheizung beeinflusst. Ähnlich wie bei einem klassischen Radiator durchströmt warmes Wasser die im Boden verlegten Leitungen. Während bei einem klassischen Heizkörper darauf geachtet werden kann, diesen nicht abzudecken, ist das bei einer Fußbodenheizung gerade nicht möglich. Wer möchte schon auf dem Estrich leben?
Erste Wahl bei Fußbodenheizungen sind Fliesen und Naturstein wie Marmor oder Granit. Sie leiten die Wärme optimal und können diese auch speichern. Sie geben also noch Wärme in den Raum ab, selbst nachdem die Heizung abgeschaltet oder die Temperatur niedriger gewählt wurde. Fußbodenheizungen reagieren träge auf Änderungen der Temperatur. Ein Umstand, an den sich die Nutzer erst einmal gewöhnen müssen.
Ist ein Belag gänzlich ungeeignet für eine Fußbodenheizung?
In Kurzform: Nein. Allerdings gibt es Unterschiede, was das Zusammenspiel zwischen Fußbodenheizung und Fußbodenbelag betrifft. Einige Beläge sind besser geeignet, weil sie die Wärme besser verteilen.
Alternativen zu Fliesen bei einer Fußbodenheizung
Fliesen- oder Natursteinböden mag nicht jeder. Dank der Fußbodenheizung sind beide nicht „fußkalt“, wirken optisch aber kühl. Wer einen anderen Belag bevorzugt, braucht auch bei einer Fußbodenheizung nicht auf Alternativen zu verzichten:
- Vinyl: Hochwertiges Vinyl besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit und ist in vielen Designs erhältlich. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass der Hersteller in der Produktbeschreibung die Eignung für eine Fußbodenheizung zusichert.
- Parkett: Parkettboden aus Massivholz kann ebenfalls über eine Fußbodenheizung gelegt werden. Hier sollte man sich aber gut beraten lassen. So sollte es nicht zu dick sein (Schichtstärke am besten unter 15 Millimeter). Zu beachten ist auch, wie sich das Material bei Temperaturschwankungen verhält. Parkett aus Mehrschichtmaterial ist in dieser Hinsicht oftmals weniger problematisch.
- Teppichboden: Selbst Teppichboden kann verlegt werden, ist allerdings insgesamt eher weniger geeignet. Generell sind dünne Teppichböden besser, weil sie die Wärme schneller durchlassen. Insofern ist „Schlingenware“ gegenüber Velours zu bevorzugen.
- Laminat: Laminat ist ebenfalls bedingt geeignet. Hier sollte auf Varianten zurückgegriffen werden, die die Hersteller als geeignet einstufen. Die üblicherweise notwendige Trittschalldämmung absorbiert allerdings einen Teil der Wärme.
Was man bei der Auswahl des Belags beachten sollte
Zusammengefasst sind bei der Auswahl eines Belags für die Fußbodenheizung folgende Punkte zu beachten:
- Wärmeleitfähigkeit: Wie gut kann der Belag die Wärme leiten? Je größer die Leitfähigkeit, umso effizienter wird die von der Heizung produzierte Wärme genutzt.
- Dämmwirkung: Vermeiden Sie Materialien, die eine hohe Dämmwirkung haben, da sie die Wärmeabgabe der Heizung reduzieren können.
- Materialdicke: Zu starke Materialien können die Wärmeübertragung behindern.
- Herstellerangaben: Unbedingt sollte auf die Herstellerangaben geachtet werden. Dieser muss die Nutzung bei einer Fußbodenheizung ausdrücklich zusichern. In diesem Fall sollten auch weitere Materialien wie Kleber vom gleichen Hersteller verwendet und genau nach Anleitung verarbeitet werden.
Fliesen überdecken? Das ist zu beachten
Wem die vorhandenen Bodenfliesen in einem Raum nicht (mehr) gefallen, hat nur die Wahl, diese zu entfernen, oder einen anderen Belag darüber zu verlegen. Das Entfernen alter Fliesen ist mit viel Lärm, Dreck und Aufwand verbunden. Es stellt sich also die Frage, ob ein Belag auf Fliesen gelegt werden kann, obwohl eine Fußbodenheizung installiert ist.
Die generelle Antwort lautet: Ja! Dabei sind aber einige Punkte zu beachten:
- Es muss ein möglichst dünner Belag gewählt werden, um die Wärmeübertragung nicht zu stark einzuschränken. Also besser Designböden statt Laminat. Eine Alternative könnte sein, die Fliesen schlicht zu verspachteln, um so eine moderne fugenlose Optik in einer Wunschfarbe zu erhalten.
- Ein Experte sollte entscheiden, ob das Aufbringen einer Dampfsperre erforderlich ist.

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Hinweise zum Verkleben von Belägen über einer Fußbodenheizung
Sofern ein Belag zum Einsatz kommen soll, der vollflächig verklebt werden muss, gibt es einiges zu beachten, damit es später nicht zu Problemen im Betrieb der Fußbodenheizung kommt.
- Es muss unbedingt Spezialkleber verwendet werden, der für diesen Zweck geeignet ist. Dabei wird es sich um einen flexiblen Kleber handeln, der sich an die Veränderungen der Temperatur anpasst. Ist der Kleber nicht für eine Fußbodenheizung geeignet, kann er brechen, spröde werden oder sich gar ablösen.
- Vor den eigentlichen Verlegearbeiten muss die Heizung einige Tage bei sehr niedrigen Temperaturen betrieben werden, um das Entstehen von Feuchtigkeit auf der Oberfläche zu reduzieren, respektive zu verhindern. Das kann sonst die Haftung des Klebers beeinflussen.
- Auf jeden Fall muss der Belag über ausreichend Dehnungsfugen verfügen, damit sich das Material bei Erwärmung über die Heizung auch entsprechend ausdehnen kann. Nur so werden Dellen oder Brüche vermieden.