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„Avocado Toast“, „No Filter“ & Co.

Das lukrative Geschäft mit den schrägen Farbnamen

„Hyperlink“ ist ein kräftiges Blau
Click here: So sieht also ein „Hyperlink" als Wandfarbe aus Foto: Clare
Odett Schumann
Autorin und Interior Designerin

18. April 2019, 12:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer liebt ihn nicht, den gesunden Avocado Toast am Morgen – doch als Anstrich an der Wand? So ausgefallen die Vorstellung, so smart die Marketingidee dahinter. Mit originellen Namen wie „Avocado Toast“ oder „No Filter“ sollen Wandfarben besonders für Millennials attraktiv werden.  

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Hersteller von Nagellacken machen es schon lange vor. Ihre Produkte haben ausgefallene Namen wie „Spicy Orange“, „Pin Up Pink“ oder, passend zum roten Kussmund, „First Kiss“. Die Strategie dahinter: Marketing-Profis setzen auf verführerische Bezeichnungen um potentiellen Käufern zu zeigen, dass es für jede Situation den passenden Nagellack gibt. Auch die Farbindustrie macht sich diesen Effekt jetzt zunutze und gibt seinen Anstrichen Namen, die Assoziationen wecken und Emotionen ansprechen sollen, aber nur selten etwas über den Farbton verraten.

Schräge Wandfarben
„Avocado Toast“ mal nicht auf dem Teller, sondern an der Wand Foto: Clare

Junge Generation im Fokus

Insbesondere Millennials sollen als Zielgruppe angesprochen werden. Ihre hohe Technikaffinität, ausgeprägte Reiselust sowie Mitteilungsfreude via Instagram und Co. inspirierte den amerikanischen Farben-Produzent Backdrop dazu, seinen Produkten Namen wie „Self-Portrait“ oder „Drive-Thru Safari“ zu geben. Auch der Mitbewerber Clare verfolgt diese Marketing-Strategie und wählte Namen wie „Avocado Toast“, „No Filter“ oder „Hyperlink“. Europäische Anbieter wie Little Greene aus Manchester locken Instagram-Fans mit Namen wie „Hammock“ (zu dt. Hängematte), „Confetti“ und „Thai Saphire“.

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Farben als Statement Piece

Rot, Blau, Gelb – Farben als das zu benennen was sie sind, ist anscheinend keine Option mehr. Die Gründe: zu wenig Inspiration, zu viele Facetten. So ließ man sich einst schon von kulinarischen Namen wie dem Likörwein „Marsala“ inspirieren, der gleichzeitig auch der Name der Pantonefarbe 2015 war. In jedem Baumarkt fanden sich fruchtige Nuancen wie Apricot, Zitronengelb oder Pflaumenblau.

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Auch interessant: In vier Fragen zur perfekten Wandfarbe

Heute stehen Farben nicht mehr nur für eine Sache, sondern sollen ein ganzes Lebensgefühl ausdrücken. Neben Möbeln und Accessoires gelten sie als das neue Statement Piece im Bereich Interior Design.

Schräge Wandfarben
Ganz natürlich und unverfälscht: Farbe „No Filter“ Foto: Clare
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Komplettes Makeover

Doch damit nicht genug: um die Generation Y komplett anzusprechen, bedurfte es eines gesamten Makeovers. Statt schnöden Farbeimern bieten die neuen Farbhersteller ihre Produkte mit innovativen Branddesign an. Stylische Kanister mit Gummi-Pfropfen und minimalistischem Frontprint machen die Farben vom Deckel bis zum Anstrich instragrammable. Dass dieses Konzept aufgeht und den Farbproduzenten geschickt in die Marketing-Karten spielt, bestätigt auch Natalie Ebel, Gründerin von Backdrop in der Vogue: „Auf Social Media kommentieren viele unserer Käufer, dass sie Farben allein wegen ihres Namens kaufen würden.“

Themen Farbe für die Wohnung Wände

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