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Auswirkungen auf Verbraucher

Was sich ab April beim Strom ändert

Dynamische Netzentgelte
Ab dem 1. April gibt es die dynamischen Netzentgelte Foto: Getty Images
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Mareike Schmidt PETBOOK-Redakteurin

1. April 2025, 14:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Am 1. April 2025 treten in Deutschland dynamische Netzentgelte in Kraft. Was das für den Endverbraucher bedeutet, lesen Sie hier.

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Seit dem 1. Januar 2025 hat die Bundesregierung bereits alle Stromversorger verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Damit gibt es keine festgelegten Preise für verbrauchte Kilowatt­stunden mehr. Jetzt gibt es noch eine weitere Neuerung: Seit dem 1. April gibt es auch dynamische Netzentgelte. Stromanbieter sind demnach jetzt verpflichtet, Netzentgelte mit unterschiedlichen Tarifstufen anzubieten. Dadurch können Verbraucher von Strommarktschwankungen profitieren und so bares Geld sparen.

Was sind dynamische Netzentgelte?

Die dynamischen Netzentgelte sollen Anreize schaffen, den Stromverbrauch flexibler zu gestalten, um das Stromnetz effizienter zu nutzen. Besonders Haushalte mit Elektroautos, Wärmepumpen oder Stromspeichern können von dieser Änderung profitieren.​

Unter Netzentgelten versteht man Gebühren, die für die Nutzung der Stromnetzinfrastruktur anfallen – also für den Transport und die Verteilung des Stroms zu einem nach Hause. Bisher waren diese Netzentgelte, die Verbraucher für die Nutzung des Stromnetzes zahlen, unabhängig von der Tageszeit konstant. Mit der Einführung dynamischer Netzentgelte passen sich diese Gebühren nun an die aktuelle Netzlast an.

Das bedeutet: In Zeiten mit geringer Netzauslastung – beispielsweise nachts – sinken die Netzentgelte, während sie bei hoher Auslastung – wie etwa abends – steigen. Ziel ist es, Verbraucher dazu zu motivieren, ihren Stromverbrauch in Zeiten niedriger Netzlast zu verlagern und so das Netz zu entlasten. ​

Der Unterschied zwischen festen und variablen Stromtarifen

Im Gegensatz zu den dynamischen Netzentgelten gilt bei den klassischen Tarifen ein fester Grundpreis über die gesamte Vertragslaufzeit und je nach Jahresverbrauch ein fester Arbeitspreis. Dieser wird in Cent pro Kilowattstunde abgerechnet. Der Preis hier bleibt konstant und ist unabhängig von Marktpreisschwankungen, da diese nicht an den Kunden weitergegeben werden. Das bedeutet für den Endverbraucher weder Vor- noch Nachteile bei Preisspitzen oder Preissenkungen.

Bei variablen Tarifen kann sich der Preis monatlich und sogar im Laufe des Tages ändern. Man unterscheidet dabei zwischen zeitvariablen Tarifen mit NT-Zeiten (niedrigerer Strompreis) und HT-Zeiten (höherer Strompreis) sowie zeitvariablen Tarifen ohne festgelegte Zeiten und dynamischen Tarifen.

Wie Verbraucher davon profitieren können

Dynamische Stromtarife gibt es schon seit dem 1. Januar, Verbraucher können dadurch bereits profitieren. Jetzt haben sie durch die dynamischen Netzentgelte die Chance, noch mehr Geld zu sparen. Denn Stromanbieter sind nun verpflichtet, auch die Netzentgelte mit unterschiedlichen Tarifstufen anzubieten. Sie machen neben Steuern, Abgaben, Umlagen etwa ein Viertel der Stromkosten aus.

Auch interessant: Die Vor- und Nachteile eines dynamischen Stromtarifs

Wie funktioniert das in der Praxis?

Verbraucher, die von den dynamischen Netzentgelten profitieren möchten, benötigen einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter). Diese Geräte erfassen den Stromverbrauch in Echtzeit, übermitteln diesen an den Netzbetreiber und Energiedienstleister und ermöglichen es, den Verbrauch entsprechend der aktuellen Netzlast zu steuern. Beispielsweise kann das Laden eines Elektroautos oder der Betrieb einer Wärmepumpe in Zeiten niedriger Netzbelastung verlegt werden, um von günstigeren Netzentgelten zu profitieren.

Neben dem Smart Meter ist es wichtig, dass Haushaltsgeräte intelligent gesteuert werden können. Dies ermöglicht zusätzlich, den Stromverbrauch automatisch in Zeiten niedriger Netzauslastung zu verlagern. Viele modernen Geräte, wie etwa Wallboxen für Elektroautos, bieten bereits entsprechende Funktionen an.

Diese Einsparungen sind möglich

Das Einsparpotenzial variiert je nach Haushalt und dessen Flexibilität im Stromverbrauch. Experten schätzen, dass eine durchschnittliche Familie ihre Stromkosten um 300 bis 500 Euro pro Jahr senken kann – vorausgesetzt, sie nutzt die Möglichkeiten der Verbrauchsverlagerung und verfügt über die entsprechende technische Ausstattung. ​

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Welche Herausforderungen gibt es?

Trotz der Vorteile der dynamischen Netzentgelte gibt es auch Herausforderungen für den Verbraucher. Die Anschaffung und Installation von Smart Metern sowie die Integration intelligenter Steuerungssysteme können mit zusätzlichen Kosten verbunden sein

 Außerdem kann es dazu kommen, dass man durch hohe Preisspitzen finanzielle Risiken eingeht. Gerade in Zeiten, in denen die Nachfrage hoch und die Erzeugung gering ist, können die Strompreise stark schwanken, was zu erheblichen Kosten für den Verbraucher führt.

Zudem könnten Datenschutzbedenken hinsichtlich der Erfassung und Übermittlung von Verbrauchsdaten bestehen. Es ist daher wichtig, dass Verbraucher umfassend informiert werden und transparente Lösungen angeboten bekommen. 

Themen News Strom

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