
1. April 2025, 13:18 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ob Toaster, Kaffeemaschine oder Ladekabel – wenn nicht genügend Steckdosen vorhanden sind, greifen viele zu Mehrfachsteckdosen. Doch wer hier sorglos mehrere Geräte einsteckt, riskiert mehr als nur das Auslösen der Sicherung. Wie viele Geräte sind wirklich sicher?
Mehrfachsteckdosen bieten im Alltag praktische Lösungen – bergen aber auch Risiken, wenn sie mit zu vielen Geräten überlastet werden. Entscheidend ist die Gesamtleistung aller angeschlossenen Geräte sowie die richtige Handhabung.
So viele Geräte dürfen an eine Mehrfachsteckdose
Ob in der Küche, im Büro oder in der Garage – Mehrfachsteckdosen kommen vielerorts zum Einsatz. Die maximale Gesamtleistung handelsüblicher Steckdosenleisten liegt meist bei 3.500 Watt. Diese Grenze ist schnell erreicht oder gar überschritten. Ein Toaster und eine Kaffeemaschine verbrauchen beispielsweise jeweils rund 1.500 Watt. Kommt dann noch ein Geschirrspüler mit mehr als 2.000 Watt hinzu, ist die zulässige Leistung klar überschritten.
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In solchen Fällen kann die Sicherung auslösen – doch insbesondere bei älteren oder beschädigten Steckdosenleisten besteht zusätzlich die Gefahr einer Überhitzung. Das ist nicht nur eine Gefahr für die Geräte: schnell entsteht ein Kabelbrand, infolgedessen kann es auch zu einem lebensgefährlichen Wohnungsbrand kommen.
Nur eine Steckdosenleiste pro Wandsteckdose
Die Brancheninitiative Elektro+ empfiehlt grundsätzlich, auf den Einsatz von Mehrfachsteckdosen zu verzichten, wenn es Alternativen gibt. Die Experten raten, pro Steckdose in der Wand maximal eine Mehrfachsteckdose anzuschließen – und nicht etwa mehrere, die in Reihe gesteckt werden. Diese sogenannte Reihenschaltung kann zu einer erhöhten Brandgefahr durch Überlastung oder Kurzschluss führen.
Sicherer Umgang mit Mehrfachsteckdosen im Innenbereich
Wer elektrische Geräte mit hoher Leistungsaufnahme betreibt, sollte diese nicht über eine Steckdosenleiste anschließen. Der Rat der Experten lautet eindeutig: Leistungsstarke Geräte – wie Wasserkocher, Mikrowelle oder Heizlüfter immer direkt an eine Wandsteckdose anschließen.
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Zudem sollte man folgende Hinweise beachten:
- Mehrfachsteckdosen dürfen nicht verdeckt betrieben werden – etwa hinter einem Vorhang oder unter Möbeln –, da sich dadurch gefährliche Hitzestaus entwickeln können.
- Die zulässige Gesamtleistung steht in der Regel auf der Rückseite der Steckdosenleiste. Vor dem Anschluss mehrerer Geräte sollte man prüfen, wie viel Watt diese zusammen benötigen.
- Mehrere Leisten zu verbinden ist tabu! Die Belastung summiert sich, die zulässige Obergrenze bleibt jedoch gleich.
- Beim Kauf sollte man auf zertifizierte Modelle mit CE- oder TÜV-Prüfzeichen achten.
- Wird eine Leiste auffällig heiß, verfärbt sich oder sind Kabel geknickt, sollte man sie sofort abziehen.

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Besondere Anforderungen für den Außenbereich
Auch im Außenbereich kommen Steckdosenleisten zum Einsatz – etwa für Gartenbeleuchtung oder Weihnachtsdekoration. Hier ist ein besonders hoher Schutz vor Feuchtigkeit wichtig. Erkennbar ist dieser am sogenannten IP-Code, der die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Fremdkörper angibt. Für den Einsatz im Freien ist die Schutzklasse IP 44 das Minimum – sie bietet Schutz vor Spritzwasser aus allen Richtungen.
Mit Material der dpa