
6. November 2024, 17:42 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
In der Wohnung befinden sich Heizkörper fast immer direkt unter dem Fenster. Aber warum ist das eigentlich so? myHOMEBOOK hat nachgefragt.
Lässt man den Blick einmal durch die Wohnung schweifen, fällt auf, dass Heizkörper fast immer direkt unter dem Fenster montiert sind. Dabei erscheint diese Stelle, zumindest für Laien, auf den ersten Blick ungünstig zu sein. Denn wer mal seine Hand ans Fenster hält, der bemerkt, dass es an dieser Stelle oft etwas kühler oder sogar zugig ist. Warum befinden sich Heizkörper trotzdem vornehmlich unter einem Fenster? Ein Experte kennt die Antwort.
Übersicht

Warum sich Heizkörper meist unter dem Fenster befinden
Über Fenster sowie die Wände an Fensterseiten geht die meiste Wärme verloren – insbesondere dann, wenn sie veraltet und wenig gedämmt sind. Deshalb ist es am Fenster auch meist etwas kühler – manche sprechen dabei auch von Wärmebrücken. Und genau das ist der Grund, warum die Heizkörper unter den Fenstern installiert sind.
„Aus Gründen der thermischen Behaglichkeit beziehungsweise des thermischen Komforts befinden sich die meisten Heizkörper unter dem Fenster. Die vom Heizkörper ausgehende Konvektion der warmen Luft fängt dabei die am Fenster entstehende Kaltluft ab, bevor sich diese im Raum ausbreiten kann“, erklärt Ralf Kiryk vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) auf Anfrage von myHOMEBOOK.
Heißt, der Standort des Heizkörpers hat vor allem etwas mit der Wohnqualität zu tun. Die Fensterscheiben strahlen kalte Luft von draußen nach innen in den Raum ab. Die warme Heizungsluft steuert direkt dagegen. Energie gehe laut Kiryk aufgrund des Standorts nur geringfügig verloren.
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Welchen großen Vorteil der Platz der Heizung unter dem Fenster bietet
Der Heizkörper ist aber nicht nur aus Behaglichkeitsgründen meist unter dem Fenster installiert. Es hat auch noch einen weiteren, sehr viel wichtigeren Vorteil: Der Standort sorgt dafür, dass sich die Heizluft gleichmäßig im Raum verteilt. Denn die warme Luft steigt nach oben. Befindet sich der Heizkörper an anderer Stelle, kann es zu einer verfehlten Temperaturverteilung kommen, schreibt das Portal heizung.de. Durch den Lufteinzug am Fenster rotiert die Luft, die Wärme sammelt sich nicht nur oben und die Heizung muss weniger leisten. So wird also auch die Heizeffizienz gefördert. Die Vorteile eines Heizkörpers unter dem Fenster im Überblick:
- mehr Behaglichkeit und Wohnqualität
- Rotation der Heizluft und somit mehr Heizeffizienz
- platzsparend
- Möbel stehen selten vor Fenstern und verdecken so nicht den Heizkörper
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Wann Heizkörper auch an anderer Stelle platziert werden können
Viele Neubauten und Gebäude sind heutzutage sehr viel besser gedämmt, die Fenster weniger luftdurchlässig. Ist das der Fall, kann der Heizkörper auch woanders im Raum aufgestellt werden. Aufgrund der Optik oder bodentiefer Fenster wird manchmal sogar ganz auf klassische Heizkörper verzichtet – in diesem Fall wird dann häufig eine Fußbodenheizung eingebaut. Hat der Raum allerdings sehr hohe Decken, reicht eine Bodenheizung nicht unbedingt aus – dann sollte ein Vertikalheizkörper eingesetzt werden, der vor allem die Raumhöhe nutzt.
„Je besser das gesamte Gebäude gedämmt ist, umso variabler kann die Position des Heizkörpers gewählt werden. Da aber in der Regel die Fensterfront den schlechtesten Dämmwert hat, ist die Position unterm Fenster weiterhin zu empfehlen“, erklärt Kiryk vom BDH.