13. September 2024, 14:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Vor dem Winter noch den Heizöltank auffüllen – mit diesem Gedanken spielen gerade vermutlich viele Eigentümer. Allerdings sollten sie dabei vorsichtig sein, die Verbraucherzentrale warnt vor Betrügern.
Beim Heizöl lohnt es sich, die Preise zu vergleichen – schließlich kauft man es in großen Mengen. Wenn man sich jetzt für die kommende Heizperiode eindecken möchte, sollte man aber nicht direkt das günstigste Angebot auf dem Markt wählen. Denn dabei könnte es sich um einen Fake-Shop handeln, der Unwissenden das Geld per Vorkasse aus der Tasche zieht. Die Verbraucherzentrale NRW berichtet in einer Pressemitteilung von einem Fall, bei dem es beinahe zur Abzocke beim Heizöl gekommen wäre, und erklärt, worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte.
Frau fällt beinahe auf Abzocke beim Heizöl herein
Eine Frau berichtete der Verbraucherzentrale NRW, dass sie bei der Suche nach günstigen Heizölpreisen fast auf eine Betrugsmasche hereingefallen wäre. Die Plattform heiz-oel24.com bot zunächst äußerst attraktive Preise. Nach einer Anfrage erhielt sie einen Anruf von einer Berliner Telefonnummer. Man forderte 50 Prozent des Kaufpreises als Vorauszahlung.
Da Vorkasse bei Heizölbestellungen unüblich ist, wurde die Frau misstrauisch und stellte weitere Fragen. Daraufhin brach der Anrufer das Gespräch ab. Eine anschließende Recherche ergab, dass es sich bei dem Anbieter um eine Fake-Seite handelte, die auf einem Server in Russland gehostet wird.
Der Verbraucherzentrale ist der Anbieter bereits bekannt. „Es ist einer von zahlreichen Fakeshops, die aktuell mit Heizöl und Brennholz werben“, erklärt Iwona Husemann, Juristin bei der Verbraucherzentrale. Sie rät dringend, zu überprüfen, ob es sich um einen seriösen Händler handelt. Besonders bei ungewöhnlichen Zahlungsmodalitäten sollte man aufpassen – etwa bei Vorkasse.
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Das rät die Expertin beim Heizölkauf
Aber wie erkennt man bei den Unmengen an Anbietern im Netz einen seriösen Händler? Die Expertin erklärt, wie man Abzocke beim Heizöl erkennen kann.
Vorsicht bei günstigen Angeboten
Pünktlich zum Beginn der Heizsaison tauchen vermehrt Fakeshops auf, die mit extrem niedrigen Preisen für Heizöl werben. Hier sollten Verbraucher besonders kritisch sein. Denn die Betrüger nutzen das verstärkte Interesse an saisonal gefragten Produkten. Das Muster ist bekannt: Im Sommer locken solche Shops mit Gartengeräten oder Grillzubehör, zur Weihnachtszeit mit Elektronikartikeln. Oft wirken die Seiten auf den ersten Blick seriös und authentisch. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch erste Unstimmigkeiten, wie erfundene Gütesiegel oder das Fehlen eines Impressums.
Wichtige Angaben genau prüfen
Vor einer Bestellung sollten Käufer sorgfältig folgende Punkte im Online-Shop überprüfen:
- Bietet der Shop verschiedene Zahlungsarten an oder bleibt am Ende nur die Option der Vorkasse?
- Ist im Impressum eine überprüfbare Adresse des Anbieters angegeben?
- Werden alle nötigen Details zu Angebot und Preis klar dargestellt?
- Sind die Lieferbedingungen und -kosten ausreichend beschrieben?
- Gibt es Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Hinweise zum Widerrufsrecht?
- Werben die Seiten mit vertrauenswürdigen Gütesiegeln wie „Trusted Shop Guarantee“ (Trusted Shops), „s@fer-shopping“ (TÜV Süd) oder „Geprüfter Onlineshop EHI“ (EHI Retail Institute GmbH)?
Hinweis: Gütesiegel bieten allerdings nur dann eine verlässliche Orientierung, wenn man auf das Logo klickt und auf die Homepage des Zertifizierungsunternehmens weitergeleitet wird.
Achtung bei Vorkasse
Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Verbraucher nur bei Online-Händlern einkaufen, die bis zum Kaufabschluss mehrere Zahlungsarten anbieten. Sicher sind unter anderem die Zahlung auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Rechnungszahlung erfolgt die Bezahlung erst nach Erhalt der Ware, und bei der Lastschrift kann die Zahlung bis zu acht Wochen lang rückgängig gemacht werden.