
5. April 2019, 11:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein Sägekettenschärfgerät schleift alle gängigen Sägekettentypen in wenigen Minuten und eignet sich ideal für Werkstätten und Heimwerker. myHOMEBOOK gibt nützliche Tipps und erklärt, wie Sie die Kettensäge in fünf Schritten schärfen.
Sie sind den Schleifstein und die Handfeile leid? Sägekettenschärfgeräte nehmen Ihnen mühsame Arbeit ab und sparen Zeit! Günstige Geräte kaufen Sie bereits für rund 30 Euro, die Mietkosten liegen etwa bei 6 Euro für 4 Stunden. Vor dem ersten Gebrauch sollten Sie einige wichtige Hinweise zur Inbetriebnahme und Handhabung beachten, um ein gutes Schärfergebnis zu erzielen und Schäden vorzubeugen.
Leistungs- und Qualitätsmerkmale von Sägekettenschärfgeräten
Ein wesentlicher Vorteil der Schärfmaschinen gegenüber der Handfeile ist die schnelle, aber dennoch präzise Arbeitsweise. Natürlich hängt das Ergebnis davon ab, wie das Gerät eingestellt und wie hochwertig seine Verarbeitung ist. Gute Maschinen verfügen über robuste Führungsschienen und lassen sich mit wenigen Handgriffen optimal für jeden Kettentyp einstellen, ohne die Schneidezähne der Kettensäge übermäßig abzunutzen. Aus Plastikbauteilen und -schrauben gefertigte Schärfgeräte, bei denen eine Schutzvorrichtung für Hände, Augen und Ohren fehlt, sollten Sie meiden.
Aber bedenken Sie: Nicht jedes Sägekettenschärfgerät passt auf jede Kettensäge. Da es keine Norm für die Ketten gibt, bietet jeder Hersteller seine ganz eigene Version an. Die meisten bieten daher ein eigenes Gerät zum Schärfen an. Verschaffen Sie sich also vor dem Kauf einen Überblick. Sollte der Hersteller Ihrer Kettensäge kein eigenes Schärfgerät anbieten, hilft nur der Griff zu einem Kombinationsgerät.
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Vor dem Schärfen der Kettensäge
Tragen Sie aus Sicherheitsgründen Handschuhe, eine Schutzbrille und einen Gehörschutz, wenn Sie mit Werkzeugschleifmaschinen arbeiten. Machen Sie vor der Inbetriebnahme zudem einen Klangtest mit der Schleifscheibe: Klopfen Sie einfach mit einem Stift auf die Scheibe. Ein metallischer Klang spricht dafür, dass die Schleifscheibe funktionsfähig ist, ein dumpfer Klang deutet auf mögliche Risse oder Brüche hin.
Dann gilt es festzustellen, um welchen Kettentyp es sich handelt, damit Sie die einzelnen Schleifwinkelgrößen am Gerät optimal einstellen können. In der Regel liefern die Hersteller eine Tabelle oder Schablone mit, mit denen Sie Ihren Kettentyp bestimmen.
So schärfen Sie die Sägekette
Um möglichst gleichmäßig zu schärfen, ohne zu viel Material abzutragen, legen Sie die Kette zwischen die beiden Spannschienen und stellen die richtigen Schärfwinkel ein. Für gewöhnlich verfügen die Maschinen über eine Anzeige, auf der Sie die jeweilige Winkelgröße ablesen.
Nun müssen Sie die Schleifscheibe nur noch an die Kette heranführen, bis die Scheibe einen der Schneidezähne leicht berührt. Tipp: Damit Sie später nicht zu viel abschleifen, sollten Sie vor dem Schärfen den Winkel der Schleiftiefe einstellen – am besten so, dass die Scheibe mit der Zahnspitze und dem Zahnboden in Berührung kommt.
Schleifen Sie nun alle Schneidezähne, die in die gleiche Richtung zeigen, und drehen das Kettenlager anschließend auf die gegenüberliegende Seite, um die restlichen Zähne zu schärfen. Tipp: Für ein noch besseres Schärfergebnis kontrollieren Sie hinterher die Tiefenbegrenzer und schärfen diese mit einer Handfeile nach. Die Tiefenbegrenzer entscheiden, wie der Name andeutet, über die Eindringtiefe ins Holz. Feilt man sie zu tief ab, könnte das die Sägekette überfordern. Dann steigt die Gefahr eines Geräte-Rückschlags. Am besten nehmen Sie den ersten Handschliff zusammen mit einem Fachmann vor.

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Richtig schärfen in 5 Schritten
Schritt 1
Zum Schärfen müssen Sie die Sägekette etwas straffer spannen als sonst: Befestigungsschrauben des Kettendeckels lockern und an der Spannschraube drehen, bis sich die Kette auf der Unterseite der Schiene noch leicht durchziehen lässt.
Schritt 2
Welcher Schneidezahn ist am kürzesten? Nach ihm richtet sich die Länge aller anderen Zähne an der Kette. Markieren und schärfen Sie am besten zuerst den kürzesten Schneidezahn und bringen die anderen auf die gleiche Länge.
Schritt 3
Kettensäge an der Führungsschiene in einen Schraubstock einspannen und die Sägekette zur Sicherheit blockieren. Zum Weiterziehen die Bremse kurz lösen. Wichtig: Sitzt der kürzeste Schneidezahn in der rechten Zahnreihe, muss die Spitze nach links zeigen und umgekehrt!
Schritt 4
Mit etwas Druck von der Innenseite der Schärfhilfe nach außen feilen und die Feile beim Zurücksetzen anheben. Wenn Sie wieder beim ersten Schneidezahn angelangt sind, die Säge einfach drehen und die andere Seite schärfen.
Schritt 5
Zum Schluss noch die Tiefenbegrenzer überprüfen und gegebenenfalls mit einer speziellen Flachfeile (am besten vom Sägen-Hersteller) und der Feillehre oder einer Kombilehre nachfeilen. Wichtig: Die Tiefenbegrenzer müssen immer nach den Schneidezähnen geschärft werden!