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„Easy Tools“

Wie man einen Akkuschrauber richtig verwendet

Felix Mildner
Redaktionsleiter

2. April 2025, 14:35 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kraftvoll und mit praktischen Funktionen ausgestattet – moderne Akkuschrauber sind echte Multitalente. Aber wie verwendet man einen Schrauber richtig? Wie wechselt man die Bits oder stellt das Drehmoment ein? Die DIY-Zwillinge Julian und Marian zeigen bei „Easy Tools“ Schritt für Schritt, worauf man achten sollte.

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Akkuschrauber sind heute so leistungsstark wie kabelgebundene Geräte und bieten einige interessante Vorteile, die das Arbeiten erleichtern. Aber gerade DIY-Einsteiger sind beim Verwenden eines Akkuschraubers oftmals überfordert. Bit wechseln, Gang und Drehmoment einstellen – wie funktioniert das eigentlich? Die DIY-Zwillinge Julian und Marian erklären im Video alles, was man über den Akkuschrauber wissen muss.

Wie ist ein Akkuschrauber aufgebaut?

Bevor man einen neuen Akkuschrauber verwendet, sollte man die Bedienungsanleitung gründlich lesen. Denn bei den Modellen und Funktionen gibt es viele Unterschiede. Vor dem ersten Praxiseinsatz sollte man sich zudem gut mit dem Schrauber vertraut machen. Folgende Funktionen sind in der Regel bei vielen Modellen gegeben:

Wie wechselt man den Bit im Akkuschrauber?

Ein Bit ist nötig, um den Akkuschrauber zu verwenden – etwa um Schrauben ins Holz zu drehen. Den Bit muss man in die sogenannte Aufnahme (auch Bohrfutter genannt) einsetzen. Das ist der vordere Maschinenteil, der sich dreht. Dafür muss man den Bit zwischen die Spannbacken klemmen, damit er fest sitzt. Die schließen sich automatisch, wenn man die Aufnahme festhält und den Auslöser betätigt. So geht man genau vor:

  1. Bohrfutter des Akkuschraubers öffnen: Zunächst Drehrichtung mit dem Knopf beim Abzug auf links stellen. Dann das Bohrfutter mit der Hand festhalten und den Abzug betätigen. Die Spannbacken öffnen sich dabei.
  2. Bit einsetzen und Bohrfutter zudrehen: Zuerst die Drehrichtung wieder auf rechts drehen. Nun den Bit oder Bohrer in die Öffnung zwischen die Spannbacken setzen und mit der gleichen Hand das Bohrfutter festhalten. Beim Betätigen des Abzugs wird der Bit eingeklemmt, bis er fest im Futter sitzt. Anschließend noch per Hand festziehen.
Akkuschrauber
In einen Akkuschrauber kann man sowohl Bits zum Schrauben als auch Bohraufsätze einsetzen Foto: myHOMEBOOK

Das Einsetzen eines Bohraufsatzes funktioniert genauso wie das Einsetzen eines Bits. Allerdings sollte man darauf achten, den richtigen Bohrer zu verwenden:

  • Metallbohrer
  • Holzbohrer
  • Stein-/Betonbohrer

Daneben gibt es noch Universalbohrer, die sich für verschiedene Materialien eignen. Besser ist es jedoch, den Aufsatz auf das jeweilige Material abzustimmen.

Felix Mildner
Redaktionsleiter

Tipp: Bithalterung verwenden

„Verwendet man den Akkuschrauber hauptsächlich zum Schrauben und benötigt dazu verschiedene Bits, kann man auch eine Bithalterung in das Bohrfutter einsetzen. In das Verbindungsstück lassen sich Bits einfach einstecken – ohne viel Aufwand.“

Auch interessant: Die 11 besten Akkuschrauber im großen Vergleich

Wie verwendet man die Gangschaltung beim Akkuschrauber?

Viele Akkuschrauber haben eine Gangschaltung, bestehend aus zwei Gängen – allerdings muss man diese auch gezielt verwenden. Dabei verhält es sich ähnlich wie bei den Gängen bei Auto oder Fahrrad – der Unterschied liegt bei der Kraftübertragung.

  • 1. Gang: Langsamerer Gang mit höherer Kraftübertragung. Er eignet sich überwiegend für Schrauben. Diese lassen sich üblicherweise im ersten Gang mühelos in Holz eindrehen – auch ohne Vorbohren.
  • 2. Gang: Schnellerer Gang, allerdings Einbußen bei der Kraftübertragung, eher zum Bohren in Holz oder Stein geeignet. Beim Bohren mit großen Schrauben in Hartholz kommt man im zweiten Gang schnell an seine Grenzen.

Auch interessant: Akkuschrauber, Schlagbohrer, Bohrhammer – was ist der Unterschied?

Wie stellt man das Drehmoment richtig ein?

Um einen Akkuschrauber richtig zu verwenden, braucht man auch die richtige Drehmomentbegrenzung. Hinter dem Bohrfutter befindet sich bei vielen Akkuschraubern ein drehbarer Ring, in der Regel mit Zahlen bis zehn oder 20 versehen. Mit diesem Ring kann man das Drehmoment begrenzen. Doch was heißt das genau?

Bei einem niedrig eingestellten Drehmoment wird die Kraftübertragung unterbrochen, sobald der Widerstand zu groß ist. Dann kann es passieren, dass der Schrauber hörbar „durchrutscht“ und sich die Schraube nicht eindrehen lässt. Dann sollte man in eine höhere Stufe schalten. Mit einem niedrigen Drehmoment kann man auch verhindern, dass die Schraube zu tief ins Holz eindringt. Ein höher eingestelltes Drehmoment eignet sich vor allem zum Bohren, da die Kraftübertragung dabei weniger eingeschränkt ist. In der Regel ist es sinnvoll, die Drehmomentbegrenzung auf einem mittleren Wert eingestellt zu lassen.

Tipp: Dreht man viele Schrauben in das gleiche Material, ist es sinnvoll, die entsprechende Drehmomentbegrenzung auf dem gleichen Wert eingestellt zu lassen.

Auch interessant: Was man vor dem Bohren unbedingt beachten sollte

Was tun, wenn der Schrauber zu wenig Kraft hat?

Wenn der Akkuschrauber augenscheinlich zu wenig Power hat, um die Schraube einzudrehen, kann man folgende Einstellungen vornehmen:

  • In langsameren Gang schalten
  • Drehmomentbegrenzung erhöhen (höheren Wert einstellen)

Wenn beides nicht hilft, sollte man das Loch vorbohren – oder es mit diesem Trick versuchen.

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Was ist eigentlich ein bürstenloser Motor?

Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele Akkuschrauber, die einen sogenannten bürstenlosen Motor verwenden. Technisch gesehen verzichtet dabei der Motor auf Kohlebürsten und hat keine Schleifkontakte zwischen Rotor und Stator. Diese sind für die Funken verantwortlich – auch Bürstenfeuer genannt – die man durch die Schlitze im Gehäuse älterer Modelle sehen kann. Der Nachteil der Bürsten: Sie nutzen sich mit der Zeit ab. Bei einem bürstenlosen Motor gibt es diesen Verschleiß nicht. Zudem braucht man für den Antrieb weniger Strom, was den Akku schont und er länger hält. Außerdem entsteht dabei weniger Wärme.

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